Einführung zum Buch

Die Tatsache, dass über 176.000 deutsche Einwanderer auf Unionsseite im US – Bürgerkrieg gekämpft haben, dürfte mittlerweile nicht mehr überraschen. Über das Zusammenleben von Deutschen und Angloamerikanern während der vier Jahre ist allerdings wenig bekannt. In Deutschland gibt es einige wenige Publikationen, die sich insbesondere mit Briefen – und damit nur mit einem kleinen, nicht zwangsläufig repräsentativen sozialen Querschnitt – beschäftigen. In der Vergangenheit, etwa in der Publikation von Wilhelm Kaufmann aus dem Jahr 1911, wurde die Rolle der Deutschen oft sehr tendenziös, und damit verzerrt, dargestellt. Seine Studie birgt sehr viele wichtige Informationen zum Thema und verliert gleichzeitig aufgrund seiner deutlichen Parteinahme in vielen Fällen an Glaubwürdigkeit. Neuere Veröffentlichungen, insbesondere in den Vereinigten Staaten, glänzen durch kritische und immer öfter auch tiefgründig hinterfragter Darstellung dieses sensiblen historischen Bereichs Deutsch – Amerikanischer Geschichte. In einem stimmen alle wissenschaftliche oder populärwissenschaftliche Arbeiten indes jedoch überein: Das Verhältnis zwischen Deutschen und geborenen Amerikanern war während des US – Bürgerkrieg alles andere als herzlich! Und tatsächlich, im Frühjahr 1863 steuerte der Konflikt seinem Höhepunkt zu.

Im Mai 1863 stießen konföderierte Verbände unter dem legendären Kommandeur „Stonewall“ Jackson in einem Waldstück in Virginia auf die Potomacarmee. In einem beispielhaften Überraschungsangriff wurden die Unionscorps vernichtend geschlagen. Die volle Wucht des Angriffes traf das nahezu isolierte XI. Unionscorps, welches tatsächlich panikartig das Schlachtfeld verließ. Gut die Hälfte der Soldaten im Corps stammte aus Deutschland! Sie gerieten sofort in die scharfe Kritik der Militärs und der Gesellschaft nicht nur wegen ihrer Flucht, sondern auch weil sie keine geborenen Amerikaner waren.

Anhand der Auswertung zahlreicher, vielfach unbekannter, historischer Dokumente habe ich versucht, den Leidensweg des XI. Corps bis zur Katastrophe nachzuzeichnen. Der Spagat zwischen objektiver Darstellung und der bewussten Interpretation von Zeitzeugenaussagen war nicht immer einfach und muss in einigen Fällen vielleicht sogar als gescheitert betrachtet werden Aber, vielleicht ist ein erster Schritt getan. Die Aufarbeitung dieses historisch diffizilen Themas kann beginnen. Es bleibt zu hoffen, dass die Erkenntnisse der Vergangenheit zur Bewältigung der Probleme der Gegenwart und der Zukunft helfen werden.

 

 

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Deutschstämmige Reporter im Amerikanischen Bürgerkrieg

 

     

Thomas Nast wurde am 27. September 1840 in Landau in der Pfalz geboren. Er kam bereits mit sechs Jahren nach Amerika und arbeitete hier ab 1855 als Illustrator für die "Illustrated Newspaper" und ab 1862 für die angesehene "Harpers Weekly". Viele seiner Karikaturen beziehen sich auf Themen des Amerikanischen Bürgerkrieges. Thomas Nast prägte die Bezeichnungen "Elefant" und "Esel" als Symbole für die Republikaner und Demokraten. Er starb am 7. Dezember 1902 in Guayaquil, Ecuador. Das linke Foto zeigt Thomas Nast im Jahre 1885. Rechts daneben ist ein karikierendes Selbstportrait von Nast zu sehen.

 

Heinrich Hilgard wurde am 10. April 1835 in Speyer, Bayern, als Sohn eines Richters in gehobenem Dienst geboren. Aufgrund seiner stark ausgeprägten republikanischen Gesinnung, schickte ihn sein Vater anfangs zum Militär und später zum Studium nach München und Würzburg. 1853 kam es zum Krach mit seinem Vater und Heinrich wanderte, lediglich 20 Dollar in der Tasche, nach Amerika aus. Hier nannte er sich fortan Henry Villard, um eine mögliche Suche durch seine Vaters unmöglich zu gestalten. Heinrich arbeitete in seiner neuen Heimat als Lehrer einer Klippschule, Rechtsanwaltsgehilfe und Hilfsarbeiter, bis er schließlich 1856 als Journalist namenhafter Zeitungen endlich Fuß fassen konnte. Während des Amerikanischen Bürgerkrieges begleitete er die Unionsarmee auf den Feldzügen und verfasste Berichte für die "New York Tribune" und für den "New York Harald". Nach dem Krieg wechselte er in das prosperierende Eisenbahngeschäft und übernahm später die "Evening Post", eine der bedeutendsten New Yorker Zeitungen. Heinrich Hilgard - Villard starb hoch angesehen am 12. November 1900 in New York. Die Abbildung zeigt ihn im Jahre 1890. Das Bild hing ursprünglich in der Universität von Oregon, wo es leider gestohlen wurde und seither nicht mehr aufgetaucht ist.

 

 

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Deutsche unter sich. Die Aufnahme zeigt Offiziere des 75. Infanterieregimentes aus Pennsylvania. In der Mitte sitzt Oberst Heinrich Bohlen (mit Hardee Hut auf dem Kopf), daneben Oberstleutnant Franz Mahler (1826 - 1863, mit Hut unter dem Arm). Ganz links im Bild, die rechte Faust an die Hüfte gelegt, Major August Ledig (1816 - 1895). An seiner Seite, die Hand im Revers, Alwin von Matzdorf (1824 - 1887), der bei Chancellorsville in Gefangenschaft geriet.

 

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Zwischen Anerkennung und Verachtung. Deutsche Einwanderer im Amerikanischen Bürgerkrieg 1861 bis 1865.

Ihre Taten und ihre Geschichte scheinen fast vergessen. Umstritten sind ihre Verdienste. Anfängliche Begeisterung wandelte sich nach zunehmender Erfolglosigkeit in Verachtung und Spott. Die unglückliche Geschichte einer viel versprechenden Erfolgsstory des Amerikanischen Bürgerkrieges: Die Deutschen und ihre Teilnahme an der politischen und militärischen Auseinandersetzung von 1861 bis 1865.

Dem Zensus von 1860 zufolge, lebten über 1,3 Mio. deutsche Einwanderer in den Vereinigten Staaten. Nur etwa 72.000 von ihnen hielten sich in den Landesteilen auf, die sich kurze Zeit später aus dem Staatenbund lösen sollten und damit einen Bürgerkrieg entfachten. Nach den Iren stellten die Deutschen die zweitstärkste Bevölkerungsgruppe, die nicht in Amerika geboren worden war. Als im April 1861 der Bürgerkrieg ausbrach, eilten binnen weniger Monate Tausende von Freiwilligen begeistert zu den Regimentern, die nun in den verfeindeten Lagern gebildet wurden. Bis zum Kriegsende 1865 dienten etwa 180.000 in Deutschland geborene Soldaten in den Nordstaaten. Statistisch betrachtet war damit fast jeder zehnte Unionssoldat deutscher Herkunft. In allen unionstreuen Bundesstaaten rekrutierten sich Einheiten, die teilweise oder vollständig aus deutschen Einwanderern bestanden. Allein im Staate New York kämpften bis Kriegsende fast 37.000 Deutsche, davon etwa 13.000 in ausschließlich deutschen Regimentern. Eine zehntausend Mann starke Division unter dem Deutschen Ludwig Blenker rückte in die Schlachten. In ihren Reihen Europäer, darunter überwiegend Deutsche. In den Südstaaten meldeten sich etwa 10.000 Deutsche in der Armee, um die Souveränität ihrer neuen Heimat zu verteidigen. Die Bildung großer, eigenständiger Truppenteilen, wie dies ihren Landsleuten im Norden ermöglicht wurde, hat es in den Südstaaten nie gegeben.

Freischärler unter August Willich im Schwarzwald. Viele von ihnen sollten 12 Jahre später gemeinsam im Amerikanischen Bürgerkrieg für die Erhaltung der Union eintreten.

 

Von Wehrdienstleistenden, Glücksrittern und Patrioten

"Vor allem beweisen sich die Deutschen in der Stadt New York rührig und tätig. Sie haben bereits vier Regimenter mit tüchtigen Offizieren, die alle Schon Pulver gerochen haben. Nicht weniger als einige fünfzig ehemalige preußische Offiziere beteiligten sich in den ersten Tagen an den Aushebungen in der Stadt New York", (Weber 1981: 277) notierte Friedrich Kapp am 22. April 1861 in sein Kriegstagebuch. Der Jurist und enge Freund des Philosophen Ludwig Feuerbach, musste nach seiner Teilnahme an der Revolution von 1848 / 49 Deutschland verlassen und nach Amerika flüchten. Mit Ausbruch des Bürgerkrieges gehörte er zu den entschiedenen Streitern für die Union und gegen die Sklaverei. Wie er flohen etwa weitere 4.000 deutsche Revolutionäre - meist Intellektuelle - in die Neue Welt, nachdem ihr Demokratisierungsversuch durch preußisches Militär blutig niedergeschlagen worden war. Zu diesen elitären Kreisen zählten unter anderen Carl Schurz, August Willich, Franz Sigel und Peter Osterhaus, die alle später zu Generalen in der Unionsarmee aufsteigen sollten. Gern wurde gerade auf diesen Personenkreis zurückgegriffen, um den deutschen Teilnehmern im Amerikanischen Bürgerkrieg Patriotismus und moralische Überzeugung zu bescheinigen. Ihnen gegenüber standen jedoch Tausende von Eingezogenen, die aufgrund ihrer schlechten wirtschaftlichen Situation oder wegen des 1863 eingeführten Wehrdienstzwang zu den Waffen greifen mussten. Zahlreiche Briefe offenbarten die Ausweglosigkeit, die viele deutsche Auswanderer in den Armeedienst zwangen. Nachdem die Arbeitsuche des jungen deutschen Auswanderers August Strohsal gescheitert war, blieb ihm nur noch ein Ausweg: "Also konnte ich nichts anderes machen als ich mußte Soldat werden." (Helbich 2002: 78) Hinzu kamen einige Hunderte jener ominösen "Glücksritter", die meist aus Geldnot oder fehlender gesellschaftlicher Reputation den Weg nach Amerika fanden. Spielschulden hatten den deutschen Prinzen Felix Salm - Salm im Frühjahr 1861 die lange Reise nach Übersee antreten lassen. Militärisch nur mittelmäßig begabt, verschaffte der politische Einfluss seiner Gattin ihm jedoch in kurzer Zeit hohe Kommandostellen und im März 1865 sogar den Titelrang eines Generals. Heros von Borcke, ein junger verabschiedeter preußischer Dragoneroffizier, reist im April 1862 in die Südstaaten, um der neuen Regierung seine Dienste anzubieten. Voller Tatendrang und Abenteuerlust schrieb er in sein Tagebuch: "... ich schwang mich, von Kopf bis Fuß wohl ausgerüstet, in den Sattel und ritt voll Kraft und gehobenen Muthes [sic] hinaus in den Krieg." (Borcke 1989: 14) Tatsächlich dürften etwa bis zu 200 deutsche Adlige ihren Dienst in den Armeen der verfeindeten Lager geleistet haben.

Ein deutsches Jägerregiment weist nach der ersten Schlacht am Bull Run (21.Juli 1861) die nachsetzende feindliche Kavallerie zurück.

 

Von strapaziösen Feldzügen und blutigen Schlachten

Die anfängliche Kriegsbegeisterung wurde durch die ersten, zaghaft und geradezu dilettantisch geführten Gefechte und Schlachten rasch ernüchtert. Bereits im Juli 1861 rasselten die blutigen Säbel am kleinen Fluss Bull Run, ganz in der Nähe von Washington. Die erste Schlacht war auch die erste Schlappe für die Union. Im Chaos schossen die Regimenter auf eigene Truppen. Später behinderten zahlreiche Zivilisten den Rückzug der Unionssoldaten, die panisch über deren Picknickkörbe und Kutschen stolperten. Einen kühlen Kopf behielt die deutsche Brigade unter dem aus Worms stammenden Oberst Blenker, der die Männer geordnet und mit wenigen Verlusten zurück nach Washington führen konnte. Ludwig Blenker wurde daraufhin zum General befördert und er erhielt das Kommando über eine Division. Sein Hang zu verschwenderischen Offiziersbällen sowie ein galanter Offiziersstab von bis zu 70, meist adeligen Offizieren, brachten den alten Revolutionär in Verbindung mit anhaltender Erfolglosigkeit schließlich im Juni 1862 zu Fall. Im Oktober 1863 verstarb er fast mittellos auf seinem Anwesen. An seine Stelle trat der junge badische Offizier Franz Sigel, der mit dem Kommando über das XI. Unionscorps betraut wurde. Er scheitete an Intrigen und an seiner ungenügenden militärischen Eignung. Was blieb war das XI. Corps und seine fast 6.000 deutsche Soldaten. In einem kleinen Waldstück in Virginia (Chancellorsville), keine 90 km südlich von Washington, kam es dann im Mai 1863 zur Katastrophe. Drei konföderierte Divisionen überfielen das nahezu isolierte XI. Corps und versetzten es in eine heillose Flucht. Die Niederlage für die Union war furchtbar. Sofort wurden Stimmen laut, die sich scharf gegen die Deutschen im XI. Corps richteten, obwohl auch zur Hälfte Angloamerikaner in ihren Reihen dienten. Eine Diskussion wurde speziell in der Presse entfacht, die gegen die Deutschen in der Unionsarmee polemisierte. Doch der blutige Bürgerkrieg machte keine Pause. Unaufhaltsam wälzte sich die stetig anwachsende Unionsarmee in Richtung Süden. Mit der Schlacht von Gettysburg im Juli 1863 wendete sich erstmals das Blatt zugunsten der Union. Unter den siegreichen Truppen wiederum Deutsche, deren Aktivitäten jedoch keiner so richtig wahrnehmen wollte. Allerdings war die hitzige, teilweise unsachliche Debatte über die Leistung der Deutschen vorerst beendet. 1864 setzte der Norden seinen Siegeszug fort. Insbesondere in den unwegsamen Gebieten des westlichen Kriegsschauplatzes errangen die Unionsstreitkräfte wichtige Erfolge. Unter ihnen erneut viele Deutsche, die sich verdient gemacht hatten. Im April 1865 fiel die konföderierte Hauptstadt Richmond. Der Kommandeur der Besatzungstruppen war der deutschstämmige General Gottfried Weitzel.

Der Generalsstab unter Generalmajor George Gordon Meade am 12. Juni 1864. (1) General Wladimir Krzyzanowski, (2) Oberst Leopold von Gilsa, (3) General Adolph von Steinwehr, (4) General Carl Schurz, (5) General Marsena Patrick, (6) General Andrew A. Humphreys, (7) General George G. Meade und (8) General Rufus Ingalls

ANMERKUNG: Einigen Hinweisen zufolge, könnte es sich durchaus um einen Irrtum hinsichtlich der Zuordnung der deutschen Offiziere auf diesem Bild handeln. Es wäre daher interessant, welche Personen sich unter den Nummerierungen 1 bis 4 verbergen. Wer kann helfen?

 

Von Siegern und Besiegten - Resümee deutscher Beteiligung auf beiden Seiten

Der gewaltige numerische Beitrag der Deutschen an diesem Konflikt konnte durch besondere Leistungen nur mäßig bestätigt werden. Der Wert deutscher Rekruten war eher durchschnittlich. Ausgenommen die Verdienste von Einzelpersonen und Regimentern. Deutsche in der Konföderation blieben bis auf einige wenige nahezu bedeutungslos. Der 1816 in Hannover geborene Johann A. Wagener war der einzige Deutsche, der den Rang eines Generals in der Konföderation erreichte. Weitere neun Landsleute wurden Oberste und damit Regimentskommandeure. Im Norden stiegen immerhin 13 Deutsche zu Generalen auf, weitere 31 erhielten den Titelrang. 10 Unionsregimenter mit überwiegend oder gar vollständig deutschen Soldaten mussten besonders hohe Verluste erleiden. Unter ihnen das 26. Regiment aus Wisconsin, welches bis Kriegsende 188 gefallene deutsche Soldaten und damit fast 20 % seiner Stärke verloren hatte. Gegenwärtig wächst das Interesse an diesen fast vergessenen Kriegsteilnehmern, die in der Vergangenheit oft herber Kritik ausgesetzt waren. Speziell in den Vereinigten Staaten beschäftigen sich Historiker und Hobbyisten mit der Geschichte der Deutschen in ihrem Bürgerkrieg. Ein würdiges und gerechtes Denkmal wird im Ergebnis zu hoffen sein.

Reiterstatue des Generalmajors Franz Sigel in New York. Modelliert von Karl Theodor F. Bitter ( 1867 in Wien geboren und 1915 tödlich verunglückt in New York).

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Quellenangaben

Borcke, Heros von, Zwei Jahre im Sattel und am Feinde, Berlin 1898. 2 Bdn. Nachdruck VfA 1989.

Helbich, Wolfgang, Kamphoefner, Walter D., Deutsche im Amerikanischen Bürgerkrieg. Briefe von Front und Farm 1861 - 1865, Paderborn 2002.

Weber, Rolf, Land ohne Nachtigall. Deutsche Emigranten in Amerika 1777 - 1886, Berlin 1981.

 

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Deutsche und Amerikaner während der Zeit des Bürgerkrieges: Einige Berichte zeugen von Spannungen und tief sitzenden Problemen.

(Weitere Informationen über die nachfolgenden Personen finden Sie auf den verlinkten Seiten, die Sie durch Anklicken der Bilder öffnen können.)

"Blenkers Division war ganz besonderer Art. In bezug auf Pomp, militärisches Schaugepräge und derartiges überstrahlte sie alle übrigen Divisionen." (General George B. McClellan, Oberbefehlshaber der Potomacarmee im Herbst 1861)

George B. McClellan (1826 - 1885)

 

"Wahrhaft empörend ist die Gehässigkeit, mit welcher die Amerikaner in der Armee und in der Presse jetzt über das ganze deutsche Element in der Armee herfallen, es für durchweg feige erklären und ihm die Schuld für das Misslingen des ganzen Feldzuges in die Schuhe schieben." (Friedrich Kapp nach der Schlacht von Chancellorsville am 11. Mai 1863)

Friedrich Kapp (1824 - 1884)

 

"Es ist eine wahre Schmach, dass eine Republik sich so weit vergessen kann und dass man nebenbei den Deutschen durch diese Demonstrationen so frech den Handschuh ins Gesicht wirft. Es ist eben vieles faul hier." (Franz Sigel am 19.November 1863)

Franz Sigel (1824 - 1902)

 

"Ich war überzeugt, dass wir aller Orten Niederlagen erleiden, wenn wir nicht der europäischen Disciplin [sic] nachstreben." (Friedrich Hecker, Oberst des 24. Freiwilligenregiments aus Illinois 1861)

Friedrich Franz Karl Hecker (1811 - 1881)

 

"Nach unserer Erfahrung sind die Deutschen im Feld nahezu unbrauchbar, sie besitzen keine angeborene Courage, sich mit den Amerikanern gleichzustellen" (Oberstleutnant Theodore Lyman in einem Brief an seine Frau vom 8. August 1864. Lyman diente von 1863 bis 1865 als Adjutant im Stab von General George G. Meade)

Theodore Lyman (1833 - 1897)

 

"Die Feigheit der Deutschen war geradezu lächerlich. Sie schlugen sich in die Wälder und überrannten unsere Schützengräben." (Oberst Edward E. Cross über das Verhalten deutscher Soldaten während der Schlacht von Chancellorsville im Mai 1863. Cross befehligte das 5. N. H. Regiment)

Edward E. Cross (1832 - 1863)

 

"Lieber Captain, geben Sie mir noch preußische Form und preußische Disziplin, dann werde ich ganz andere Resultate erzielen:" (General Robert E. Lee, Oberbefehlshaber der Konföderierten, nach der Schlacht von Chancellorsville in einem Gespräch mit dem preußischen Beobachter Justus Scheibert)

Robert Edward Lee (1807 - 1870)

 

Deutsche Beteiligung in den Unionsstaaten

 

Die Zusammenstellung basiert auf einer ersten wissenschaftlichen Untersuchung von Dr. Benjamin Gould aus dem Jahre 1869. Neuere Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass seine Zahlen angezweifelt bzw. obsolet sind. Allerdings gibt es keine aktuelle, wissenschaftlich begründete Untersuchung hinsichtlich des numerischen Anteils deutscher Partizipation im Amerikanischen Bürgerkrieg. Aufgrund der Schwierigkeiten während der Einmusterung muss abschließend festgestellt werden, dass absolut verlässliche Zahlen über die Deutschen in der Unionsarmee niemals vorliegen werden.

 

Bundesstaat

Deutsche

 

Gesamtzahl Soldaten

Anteil Deutscher in %

Maine

 244

 54800

 0,45

New Hampshire

 952

 27800

 3,42

Vermont

 86

 26800

 0,32

Massachusetts

 1876

 105500

 1.78

Rhode Island und Connecticut

 2919

 54900

 5,32

New York

 36680

 337800

 10,86

New Jersey 7337 59300 12,37

Pennsylvania

17208

 271500

 6,34

Delaware

621

 10000

 6,21

Maryland

 3107

 27900

 11,14

Dist. of Columbia

746

 12000

 6,22

Westvirginia

869

 23300

 3,73

Kentucky

1943

 43100

 4,51

Ohio

20102

 259900

 7,73

Indiana

7190

 156400

 4,60

Illinois

18140

 216900

 8,36

Michigan

3534

 72000

 4,91

Wisconsin

15709

 79500

 19,76

Minnesota

 2715

 20000

 13,58

Iowa

 2850

 56600

 5,04

Missouri

 30899

 85400

 36,18

Kansas

 1090

 16800

 6,49

       

 TOTAL

 

 176817

2018200

8,15

im Durchschnitt

Eine umfangreiche Auflistung der einzelnen Unionsregimenter mit deutschen Soldaten findet sich im Buch "Zur Hölle mit diesen Deutschen oder das Desaster von Chancellorsville" Im ersten Kapitel werden alle Unionsstaaten hinsichtlich der deutschen Beteiligung untersucht. Ein weiterer Abschnitt beschäftigt sich mit der Teilnahme deutscher Einwanderer in Einheiten der Konföderation. Klicken Sie hier für weitere Details.

 

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