Einführung in die Thematik 

In der 15. Jahrgangsausgabe 1884 titelte Der Deutsche Pionier, eine deutschsprachige Monatsschrift, die seit 1869 in Cincinnati herausgegeben wurde, wie folgt:

"Die Reihe der deutschen Offiziere des letzten Bürgerkrieges lichtet sich immer mehr. Nur noch wenige Jahrzehnte und der letzte jener deutschen Helden Amerika's wird in das Reich der Vergangenheit getreten sein. Ihre Thaten [sic] aber werden nicht vergehen und noch in den fernsten Jahrhunderten wird die Geschichte den kommenden Generationen erzählen, daß in den Tagen der Gefahr deutscher Patriotismus und deutsche Opferwilligkeit an der Erhaltung der einen, ungetheilten [sic] Union nicht geringen Antheil [sic] gehabt haben, ja, daß die bekannte kriegerische Natur und Besonnenheit der Deutsch-Amerikaner, gepaart mit den tausendfach aus der alten Heimath [sic] mitgebrachten tüchtigen militärischen Kenntnissen für den Erfolg der Sache des Bundes geradezu unentbehrlich waren, ohne welche der Krieg wohl schwerlich den günstigen Verlauf genommen haben würde, den die Geschichte zu verzeichnen hat."

Mit dem zeitlichen Abstand von fast 130 Jahren betrachtet und den Lehren aus der Geschichte gründlich versorgt, mögen den ein oder anderen Leser derartige Formulieren verstören. Andere wird es in ihren Vorurteilen bezüglich des martialischen Charakters der Deutschen bestätigen. Und dennoch müssen die vorangestellten Zeilen im historischen Kontext betrachtet werden, um sie tatsächlich verstehen zu können. Hier greift kein suspekter Chauvinismus um sich, sondern Zeitzeugen fühlten sich verpflichtet, Errungenschaften ihrer Landsleute für die Nachwelt zu bewahren. Auch mein Ziel ist es natürlich, möglichst gründlich und wahrheitsgemäß über die Deutschen zu berichten, die oftmals ihr Leben für die neue Heimat riskierten. Tatsächlich handelte es sich bei zahlreichen Deutschen, die für die Sache des Nordens, bzw. des Südens kämpften um eine besondere Ausprägung von Patriotismus. Die moderne Sozialwissenschaft spricht in einem solchen Fall von inklusiven Nationalismus, der durchaus konstruktiv für die Identität eines werdenden Volkes sein kann. Den Deutschen ist dies in jedem Fall in Amerika mit Bravour gelungen. Das kann in Anbetracht enormer gegenwärtiger Probleme mit Migrationen nicht oft genug betont werden. Es ist in unserer heutigen Gesellschaft recht schwierig, die Errungenschaften und Leistungen unserer Vorfahren angemessen darstellen zu können, ohne sich gleichzeitig dem Vorwurf eines mitschwingenden Nationalismus (mit völlig falschem Verständnis und Interpretation) auszusetzen. Diese Absurdität ist ein grundlegender gesellschaftlicher Bestandteil in Deutschland und sicher einmalig in der Weltgeschichte. Keine andere Nation stellt ihre eigene Existenz im historischen Kontext betrachtet, permanent und von einer reflexartigen Selbstgeiselung besessen auf den Prüfstand! Und trotzdem, oder vielleicht gerade auch deswegen, muss die Geschichte in ihrem ganzen Verlauf dargestellt werden. Möglichst gründlich aber ohne historische Verklärung. Bedenken Sie dies bitte, wenn Sie sich dem Thema auf dieser Internetpräsentation mit Interesse und Unvoreingenommenheit nähern wollen.

ilgers

Deutsche in der Berufsarmee der Vereinigten Staaten: Am 10. November 1835 als Guido Joseph Julius Ilges in Ahrweiler, südlich von Bonn im Rheinland gelegen, geboren, kam er im Alter von 17 Jahren nach Amerika, nachdem er in einem Jesuitengymnasium in Köln seine Schulbildung erhalten hatte. Sein Vater war der Rechnungsrat Daniel Ilges. In Indiana absolvierte er später eine fünfjährige Ausbildung zum Rechtsanwalt und praktizierte als solcher kurze Zeit in Vincennes, Indiana. Mit Ausbruch des Bürgerkrieges meldete sich Ilges zur regulären Armee und wurde mit der 14. U.S.Infanterie zur Grenzarmee versetzt. Bald zum Hauptmann befördert, nahm Ilges an vielen Schlachten und Feldzügen im Bürgerkrieg teil, darunter den Halbinselfeldzug und die zweite Schlacht am Bull Run. Guido Ilges beendete den Krieg im Rang eines Oberstleutnants. Nach Kriegsende verblieb er in der Armee und versah seinen Dienst an den westlichen Außenposten im Indianerland. Am 10. Dezember 1873 erhielt er seine Beförderung zum Major im 7. U.S. Kavallerieregiment. Jahre später wurde er zur 6. U.S. Infanterie versetzt. Guido Ilges beteiligte sich an den Feldzügen gegen die Plainsindianer und war sicher maßgebend an deren militärischer Unterwerfung beteiligt. Am 31. Oktober 1883 wurde er im Rang eines Obersten des 18. U.S. Infanterieregimentes mit allen Ehren aus dem aktiven Dienst entlassen. Er gehörte zu den angesehensten Berufssoldaten in der amerikanischen Armee. Guido Ilges starb am 13. Januar 1918 in Cincinnati, Ohio. Obwohl Guidio Ilges nie verheiratet war und auch keine Kinder hatte, fügte es sich, dass er im Jahr 1867 auf einem Streifzug gegen marodierende Indianer den dreijährigen Ernst Amelung aus den Händen der Indianer befreien konnte, nachdem dessen gesamte aus Deutschland stammende Familie zwei Jahre zuvor von den Indianern ermordet worden war. Guido Ilges nahm sich des Kleinen an und schickte ihn bald darauf nach Deutschland, wo sich Ernst Amelung Ilges, wie er fortan hieß, eine ausgezeichnete Schulbildung aneignen sollte. Noch in den 1880er Jahren befand er sich auf einer Bildungsanstalt in Frankfurt am Main.

Die Tatsache, dass über 176.000 deutsche Einwanderer auf Unionsseite im US – Bürgerkrieg gekämpft haben, dürfte mittlerweile nicht mehr überraschen. Über das Zusammenleben von Deutschen und Angloamerikanern während der vier Jahre ist allerdings wenig bekannt. In Deutschland gibt es einige wenige Publikationen, die sich insbesondere mit Briefen – und damit nur mit einem kleinen, nicht zwangsläufig repräsentativen sozialen Querschnitt – beschäftigen. In der Vergangenheit, etwa in der Publikation von Wilhelm Kaufmann (1858-1926) aus dem Jahr 1911, wurde die Rolle der Deutschen oft sehr tendenziös, und damit verzerrt, dargestellt. Seine Studie birgt sehr viele wichtige Informationen zum Thema und verliert gleichzeitig aufgrund seiner deutlichen Parteinahme in vielen Fällen an Glaubwürdigkeit. Neuere Veröffentlichungen, insbesondere in den Vereinigten Staaten, glänzen durch kritische und immer öfter auch tiefgründig hinterfragter Darstellung dieses sensiblen historischen Bereichs Deutsch – Amerikanischer Geschichte. In einem stimmen alle wissenschaftlichen oder populärwissenschaftlichen Arbeiten indes jedoch überein: Das Verhältnis zwischen Deutschen und geborenen Amerikanern war während des US – Bürgerkrieg alles andere als herzlich! Und tatsächlich, im Frühjahr 1863 steuerte der Konflikt seinem Höhepunkt zu.

Im Mai 1863 stießen konföderierte Verbände unter dem legendären Kommandeur „Stonewall“ Jackson in einem Waldstück in Virginia auf die Potomacarmee. In einem beispielhaften Überraschungsangriff wurden die Unionscorps vernichtend geschlagen. Die volle Wucht des Angriffes traf das nahezu isolierte XI. Unionscorps, welches tatsächlich panikartig das Schlachtfeld verließ. Gut die Hälfte der Soldaten im Corps stammte aus Deutschland! Sie gerieten sofort in die scharfe Kritik der Militärs und der Gesellschaft nicht nur wegen ihrer Flucht, sondern auch weil sie keine geborenen Amerikaner waren.

Anhand der Auswertung zahlreicher, vielfach unbekannter, historischer Dokumente habe ich versucht, den Leidensweg des XI. Corps bis zur Katastrophe nachzuzeichnen. Der Spagat zwischen objektiver Darstellung und der bewussten Interpretation von Zeitzeugenaussagen war nicht immer einfach und muss in einigen Fällen vielleicht sogar als gescheitert betrachtet werden. Aber vielleicht ist ein erster Schritt getan. Die Aufarbeitung dieses historisch diffizilen Themas kann beginnen. Es bleibt zu hoffen, dass die Erkenntnisse der Vergangenheit zur Bewältigung der Probleme der Gegenwart und der Zukunft helfen werden.

Wer sich intensiv mit der Beteiligung deutscher Einwanderer am Amerikanischen Bürgerkrieg beschäftigt, ist überrascht von dem hohen Maße an Patriotismus, der in vielen Fällen die Einwanderer geleitet hat. Heute wissen wir, dass diese Art der Integration erfolgreich war. Sie führte über eine lange und sicher nicht immer einfache Entwicklung. Schließlich waren auch die Deutschen Fremde in der neuen Heimat. Auch sie versuchten Anfangs, unter sich zu bleiben. Und dadurch wurden sie häufig mit Misstrauen von den im Land geborenen Amerikanern betrachtet. Ein Misstrauen, das oft genug in offene Auseinandersetzungen umschlug; von Politik und Presse zusätzlich befeuert! Selbst Tote waren in manchen Fällen zu beklagen*. Aber ihre patriotische Bezeugung der neuen Heimat gegenüber stand von Anfang an außer Frage. Dies ist der wahre Verdienst der Auswanderer, die einst die Gebiete des Deutschen Bundes verließen, um ein besseres Leben für sich und ihre Familien führen zu können. Auch wegen ihres Eifers und ihrer Treue Amerika gegenüber konnte das Land prosperieren und gedeien. Ihr Verdienst kann und wird leider nicht hoch genug geschätzt. Er war und ist gewaltig! Die folgenden Seiten dieser Internetpräsentation berichten davon, wenngleich nur ein Aspekt - die Teilnahme am Amerikanischen Bürgerkrieg - im Vordergrund steht. Trotz vieler unterschiedlicher Lebensauffassungen in der neuen Heimat, trotz differierender religiöser Ausprägungen und kultureller Unterschiede, einte sie der gemeinsame Glaube an den unbedingten Fortbestand und die Verteidigung der Republik. Sie, die Deutschen, waren gesellschaftlich aktiv und dabei oft unbequem. Aber der konkrete Freiheitsgedanke verbunden mit dem Willen zur konstruktiven Weiterentwicklung der Gesellschaft beseelte sie und ließ sie ein wichtiger, vielleicht sogar der wichtigste Teil der Gesellschaft werden. Das sind ihre Leistungen, ihr Verdienst, auf die wir Deutsche von heute stolz sein dürfen. Daran müssen sich viele Migranten messen lassen, die gegenwärtig aus vielleicht vergleichbaren Gründen ihr Land verlassen und in Europa oder Amerika eine Zukunft suchen!
*Beispielsweise berichtete der preußische Konsul in Louisville, Borries, von gewalttätigen Ausschreitungen von Anhängern der know-nothing-Partei gegen Deutsche und Iren, die ihre Stimmen für das Bürgermeisteramt im August 1855 abgeben wollten. Die Wähler wurden mit Messern und Steinen von den Wahlurnen abgehalten und im Ergebnis der Auseinandersetzung verloren 25 Iren und 2 Deutsche ihr Leben. Auseinandersetzungen dieser Art fanden Mitte des 19. Jahrhunderts allerorts in den Vereinigten Staaten statt und wurden meist durch die kurze Zeit später in Bedeutungslosigkeit versinkende "Nichtswisser-Partei" geschürt. Die Parteianhänger (Nativisten) bekämpften radikal europäische Einwanderer (primär katholische Iren und Deutsche), denen sie eine ungesteuerte Zuwanderung und einer damit einhergehende Überfremdung -ja sogar Bedrohung- der eigenen Kultur und des amerikanischen Volkes unterstellten. Tatsächlich tendierten speziell Einwanderer aus den Gebieten des Deutschen Bundes zu isolierten Lebensformen unter strikter Beibehaltung tradierten Kulturgutes des Herkunftslandes. Die von vielen authochtonen Amerikanern geteilte Xenophobie erwies sich im historischen Rückblick als absolut unbegründet, da insbesondere die Deutschen sich als wirtschaftliche und kulturelle Bereicherung erweisen sollten. Viele Einwanderer aus den Gebieten des Deutschen Bundes besaßen eine bessere Ausbildung als die im Lande geborenen Amerikaner. Selbst den meisten zugewanderten Engländer und Franzosen waren viele Deutsche in Hinblick auf ihre Schulbildung überlegen. (siehe hierzu auch Gustav Körner, Das deutsche Element in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, 1818-1848, Cincinnati 1880, Seiten 13ff.) Die Auswanderungswellen beinhalteten auch ein nicht zu unterschätzendes intelektuelles Element, das schlussendlich konstruktive Auswirkungen auf die amerikanische Gesellschaft bis zum heutigen Tage haben sollte. Es darf aber hier nicht unerwähnt bleiben, dass bedeutende Historiker wie Friedrich Kapp in ihren Werken genau die gegenteilige Behauptung aufgestellt haben. Kapp's Studien streichen insbesondere die Tatsache heraus, dass die Einwanderungswellen aus den deutschsprachigem Raum im 18. Jahrhundert durch Bildungsrückstand geprägt waren. Friedrich Kapp stand stets für eine bedingungslose Assimilation der Einwanderer. Seiner Forderung nach musste sich jeder Einwanderer entscheiden. Dies war sicher auch der Grund dafür, dass er wegen seiner Vaterlandsliebe Amerika wieder verließ und zurück nach Deutschland kehrte. Er hatte sich also entschieden. Möglicherweise sind auch hierin seine Motive zu suchen, die ihn letztendlich zu einem selbstkritischen Umgang mit dem Thema der deutschen Einwanderung veranlassten. Für vertiefende Studien sei daher an dieser Stelle auf das Werk Geschichte der Deutschen im Staate New York bis zum Anfange des neunzehnten Jahrhunderts, New York 1869 von Friedrich Kapp verwiesen. 

 

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Deutschstämmige Reporter im Amerikanischen Bürgerkrieg

 

     

Thomas Nast wurde am 27. September 1840 in einer Kaserne in Landau / Pfalz als Sohn eines Musikers im 9. bayerischen Regiment geboren. Er kam bereits im Alter von sechs Jahren mit seiner Mutter nach Amerika und arbeitete hier ab 1855 als Illustrator für die "Illustrated Newspaper" und ab 1862 für die angesehene "Harpers Weekly". Viele seiner Karikaturen beziehen sich auf Themen des Amerikanischen Bürgerkrieges und thematisierten dabei die drohende Kriegsmüdigkeit im Norden, die Nast als äußerst gefährlich betrachtete. Thomas Nast prägte später die Bezeichnungen "Elefant" und "Esel" als Symbole für die Republikaner und Demokraten. Auch unser heutiges Bild vom Weihnachtsmann entsprang der Feder des Künstlers. Die Karikaturen von Thomas Nast trugen stets politische Züge und dienten in manchen Fällen sogar als Grundlage für Steckbriefe. Präsident Theodore Roosevelt ernannte Nast 1902 zum Generalkonsul von Ecuador. Thomas Nast starb am 7. Dezember 1902 in Guayaquil, Ecuador, nachdem er trotz aller Warnungen an Gelbfieber erkrankten Menschen geholfen und medizinisch versorgt hatte, und sich dabei selbst ansteckte. Seine letzte Ruhe fand er auf dem Woodlawn Cemetery in der Bronx, New York. Das linke Foto zeigt Thomas Nast im Jahre 1885. Rechts daneben ist ein karikierendes Selbstportrait von Nast zu sehen.

 

Heinrich Gustav Hilgard wurde am 10. April 1835 in Speyer, damals Bayern, als Sohn eines königstreuen Richters in gehobenem Dienst geboren. Aufgrund seiner stark ausgeprägten republikanischen Gesinnung, schickte ihn der Vater anfangs zum Militär und später zum Studium nach München und Würzburg. 1853 kam es zum Krach mit seinem Vater und Heinrich wanderte, lediglich 20 Dollar in der Tasche, nach Amerika aus. Am 13. Oktober 1853 ging er in New York an Land. Hier nannte er sich fortan Henry Villard, um eine mögliche Suche durch seine Vaters unmöglich zu gestalten. Anfangs fand er Unterstützung bei seinem Onkel Theodor Hilgard in Belleville, Illinois. Heinrich arbeitete in seiner neuen Heimat als Lehrer einer Klippschule, Rechtsanwaltsgehilfe und Hilfsarbeiter, bis er schließlich 1856 als Journalist namenhafter Zeitungen endlich Fuß fassen konnte. Während des Amerikanischen Bürgerkrieges begleitete er die Unionsarmee auf den Feldzügen und verfasste Berichte für die "New York Tribune" und für den "New York Harald". Aufgrund seiner weithin bekannten Artikel kam er persönlich mit Präsident Lincoln in Verbindung. Nach dem Krieg wechselte er in das prosperierende Eisenbahngeschäft und übernahm später die "Evening Post", eine der bedeutendsten New Yorker Zeitungen. Zu dem Schritt, Geschäftsmann werden zu wollen, hatte Ihn seine abn 1868 ausgeübte Tätigkeit als Sekretär der Sozialwissenschaftlichen Gesellschaft in Bosten bewogen. Dieses Amt verschaffte ihm tiefe Einblicke in das Finanz- und Eisenbahnwesen der U.S.A. Später heiratete er Fanny Garrison, die Tochter des berühmten Abolutionisten William Lloyd Garrison. Sein besonderes Engagement galt technischen Erfindungen, und so ging der finanziell solvente Hilgard eine Partnerschaft mit Thomas Alva Edison ein und gründete 1890 gemeinsam das Unternehmen General Electric. Trotz der Zerwürfnisse mit seinem Vater war die Bindung zu seiner alte Heimat groß. Die Errichtung eines Waisenhauses in Zweibrücken ist seiner finanziellen Unterstützung zu verdanken. In Speyer unterstützte Hilgard mit viel Geld den Bau der Gedächtniskirche und des Gymnasiums. Heinrich Hilgard - Villard starb hoch geachtet am 12. November 1900 in New York. Die Abbildung zeigt ihn im Jahre 1890. Das Bild hing ursprünglich in der Universität von Oregon, wo es leider gestohlen wurde und seither nicht mehr aufgetaucht ist. Heute befindet sich seine Büste vor der Diakonissenanstalt in Speyer.
Literaturhinweise: Hilgard-Villard, Heinrich, Lebenserinnerungen. Ein Bürger zweier Welten. 1835-1900., Berlin 1906. 

Cullen, John und Villard de Borchgrave, Alexandra, Villard: the life and times of an american titan, New York 2001.

 

 

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Deutsche unter sich. Die Aufnahme zeigt Offiziere des 75. Infanterieregimentes aus Pennsylvania. In der Mitte sitzt Oberst Heinrich Bohlen (mit Hardee Hut auf dem Kopf), daneben Oberstleutnant Franz Mahler (1826 - 1863, mit Hut unter dem Arm). Ganz links im Bild, die rechte Faust an die Hüfte gelegt, Major August Otto Ledig (1816 - 1895). An seiner Seite, die Hand im Revers, Alwin von Matzdorf (1824 - 1887), der bei Chancellorsville in Gefangenschaft geriet.

 

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Zwischen Anerkennung und Verachtung. Deutsche Einwanderer im Amerikanischen Bürgerkrieg 1861 bis 1865.

Ihre Taten und ihre Geschichte scheinen fast vergessen. Umstritten sind ihre Verdienste. Anfängliche Begeisterung wandelte sich nach zunehmender Erfolglosigkeit in Verachtung und Spott. Die unglückliche Geschichte einer viel versprechenden Erfolgsstory des Amerikanischen Bürgerkrieges: Die Deutschen und ihre Teilnahme an der politischen und militärischen Auseinandersetzung von 1861 bis 1865.

Dem Zensus von 1860 zufolge, lebten über 1,3 Mio. deutsche Einwanderer in den Vereinigten Staaten. Nur etwa 72.000 von ihnen hielten sich in den Landesteilen auf, die sich kurze Zeit später aus dem Staatenbund lösen sollten und damit einen Bürgerkrieg entfachten. Nach den Iren stellten die Deutschen die zweitstärkste Bevölkerungsgruppe, die nicht in Amerika geboren worden war. Als im April 1861 der Bürgerkrieg ausbrach, eilten binnen weniger Monate Tausende von Freiwilligen begeistert zu den Regimentern, die nun in den verfeindeten Lagern gebildet wurden. Bis zum Kriegsende 1865 dienten etwa 180.000 in Deutschland geborene Soldaten in den Nordstaaten. Statistisch betrachtet war damit fast jeder zehnte Unionssoldat deutscher Herkunft. In allen unionstreuen Bundesstaaten rekrutierten sich Einheiten, die teilweise oder vollständig aus deutschen Einwanderern bestanden. Allein im Staate New York kämpften bis Kriegsende fast 37.000 Deutsche, davon etwa 13.000 in ausschließlich deutschen Regimentern. Eine zehntausend Mann starke Division unter dem Deutschen Ludwig Blenker rückte in die Schlachten. In ihren Reihen Europäer, darunter überwiegend Deutsche. In den Südstaaten meldeten sich etwa 10.000 Deutsche in der Armee, um die Souveränität ihrer neuen Heimat zu verteidigen. Die Bildung großer, eigenständiger Truppenteilen, wie dies ihren Landsleuten im Norden ermöglicht wurde, hat es in den Südstaaten nie gegeben.

Freischärler unter August Willich im Schwarzwald. Viele von ihnen sollten 12 Jahre später gemeinsam im Amerikanischen Bürgerkrieg aktiv für den Erhalt der Union eintreten.

 

Von Wehrdienstleistenden, Glücksrittern und Patrioten

"Vor allem beweisen sich die Deutschen in der Stadt New York rührig und tätig. Sie haben bereits vier Regimenter mit tüchtigen Offizieren, die alle Schon Pulver gerochen haben. Nicht weniger als einige fünfzig ehemalige preußische Offiziere beteiligten sich in den ersten Tagen an den Aushebungen in der Stadt New York", (Weber 1981: 277) notierte Friedrich Kapp am 22. April 1861 in sein Kriegstagebuch. Der Jurist und enge Freund des Philosophen Ludwig Feuerbach, musste nach seiner Teilnahme an der Revolution von 1848 / 49 Deutschland verlassen und nach Amerika flüchten. Mit Ausbruch des Bürgerkrieges gehörte er zu den entschiedenen Streitern für die Union und gegen die Sklaverei. Wie er flohen etwa weitere 4.000 deutsche Revolutionäre - meist Intellektuelle - in die Neue Welt, nachdem ihr Demokratisierungsversuch durch preußisches Militär blutig niedergeschlagen worden war. Zu diesen elitären Kreisen zählten unter anderen Carl Schurz, August Willich, Franz Sigel und Peter Osterhaus, die alle später zu Generalen in der Unionsarmee aufsteigen sollten. Gern wurde gerade auf diesen Personenkreis zurückgegriffen, um den deutschen Teilnehmern im Amerikanischen Bürgerkrieg Patriotismus und moralische Überzeugung zu bescheinigen. Ihnen gegenüber standen jedoch Tausende von Eingezogenen, die aufgrund ihrer schlechten wirtschaftlichen Situation oder wegen des 1863 eingeführten Wehrdienstzwang zu den Waffen greifen mussten. Zahlreiche Briefe offenbarten die Ausweglosigkeit, die viele deutsche Auswanderer in den Armeedienst zwangen. Nachdem die Arbeitsuche des jungen deutschen Auswanderers August Strohsal gescheitert war, blieb ihm nur noch ein Ausweg: "Also konnte ich nichts anderes machen als ich mußte Soldat werden." (Helbich 2002: 78) Hinzu kamen einige Hunderte jener ominösen "Glücksritter", die meist aus Geldnot oder fehlender gesellschaftlicher Reputation den Weg nach Amerika fanden. Spielschulden hatten den deutschen Prinzen Felix Salm - Salm im Frühjahr 1861 die lange Reise nach Übersee antreten lassen. Militärisch nur mittelmäßig begabt, verschaffte der politische Einfluss seiner Gattin ihm jedoch in kurzer Zeit hohe Kommandostellen und im März 1865 sogar den Titelrang eines Generals. Heros von Borcke, ein junger verabschiedeter preußischer Dragoneroffizier, reist im April 1862 in die Südstaaten, um der neuen Regierung seine Dienste anzubieten. Voller Tatendrang und Abenteuerlust schrieb er in sein Tagebuch: "... ich schwang mich, von Kopf bis Fuß wohl ausgerüstet, in den Sattel und ritt voll Kraft und gehobenen Muthes [sic] hinaus in den Krieg." (Borcke 1989: 14) Tatsächlich dürften etwa bis zu 200 deutsche Adlige ihren Dienst in den Armeen der verfeindeten Lager geleistet haben.

Einige amerikanische Generäle umgaben sich mit Beginn des Krieges gern mit europäischen Berufssoldaten, die eine gewisse militärische Ausbildung vorweisen konnten. So dienten beispielsweise im Stab von US-General John Charles Fremont im Juli 1861 nicht weniger als neun europäische Berufssoldaten. Unter ihnen befanden sich erstaunlich viele Ungarn, die bei General Fremont im Rang eines Obersten eingestellt worden sind. Den Rang eines Oberstleutnant erhielt Ferdinand August Schroer, der 1811 in Deutschland geboren worden war. Er diente noch 1855 als Hauptmann im 1. Jägerregiment in der British Foreign Legion und arbeitete danach als Postangestellter. Mit Beginn des Amerikanischen Bürgerkrieges kam Schroer nach Übersee. Am 5. Mai 1864 wurde Oberstleutnant Schroer ehrenhaft aus dem US-Militärdienst entlassen. Wenig später reiste Ferdinand Schroer zurück nach Deutschland und starb 1875 in Wiesbaden. Als Major fand der ehemalige preußische Offizier August Hain im April 1862 einen Posten im Stab von General Fremont. Hain wurde am 19. März 1863 entlassen und schrieb sich im Januar 1864 als einfacher Kanonier im 2. Artillerieregiment von Connecticut ein. Ein weiterer Offizier im Stab General Fremonts hatte ebenfalls Erfahrungen als preußischer Offizier gesammelt. Ernst F. Hoffmann schloss sich nach Kriegsende der regulären Armee an und erhielt den Rang eines Leutnants im 35. Infanterieregiment. Auf eigenen Wunsch wurde Ernst Hoffmann am 31. Dezember 1870 ehrenvoll aus dem Militärdienst verabschiedet. Er starb am 14. August 1885.

Ein deutsches Jägerregiment weist nach der ersten Schlacht am Bull Run (21.Juli 1861) die nachsetzende feindliche Kavallerie zurück.

 

Von strapaziösen Feldzügen und blutigen Schlachten

Die anfängliche Kriegsbegeisterung wurde durch die ersten, zaghaft und geradezu dilettantisch geführten Gefechte und Schlachten rasch ernüchtert. Bereits im Juli 1861 rasselten die blutigen Säbel am kleinen Fluss Bull Run, ganz in der Nähe von Washington. Die erste Schlacht war auch die erste Schlappe für die Union. Im Chaos schossen die Regimenter auf eigene Truppen. Später behinderten zahlreiche Zivilisten den Rückzug der Unionssoldaten, die panisch über deren Picknickkörbe und Kutschen stolperten. Einen kühlen Kopf behielt die deutsche Brigade unter dem aus Worms stammenden Oberst Blenker, der die Männer geordnet und mit wenigen Verlusten zurück nach Washington führen konnte. Ludwig Blenker wurde daraufhin zum General befördert und er erhielt das Kommando über eine Division. Sein Hang zu verschwenderischen Offiziersbällen sowie ein galanter Offiziersstab von bis zu 70, meist adeligen Offizieren, brachten den alten Revolutionär in Verbindung mit anhaltender Erfolglosigkeit schließlich im Juni 1862 zu Fall. Im Oktober 1863 verstarb er fast mittellos auf seinem Anwesen. An seine Stelle trat der junge badische Offizier Franz Sigel, der mit dem Kommando über das XI. Unionscorps betraut wurde. Er scheitete an Intrigen und an seiner ungenügenden militärischen Eignung. Was blieb war das XI. Corps und seine fast 6.000 deutsche Soldaten. In einem kleinen Waldstück in Virginia (Chancellorsville), keine 90 km südlich von Washington, kam es dann im Mai 1863 zur Katastrophe. Drei konföderierte Divisionen überfielen das nahezu isolierte XI. Corps und versetzten es in eine heillose Flucht. Die Niederlage für die Union war furchtbar. Sofort wurden Stimmen laut, die sich scharf gegen die Deutschen im XI. Corps richteten, obwohl auch zur Hälfte Angloamerikaner in ihren Reihen dienten. Eine Diskussion wurde speziell in der Presse entfacht, die gegen die Deutschen in der Unionsarmee polemisierte. Doch der blutige Bürgerkrieg machte keine Pause. Unaufhaltsam wälzte sich die stetig anwachsende Unionsarmee in Richtung Süden. Mit der Schlacht von Gettysburg im Juli 1863 wendete sich erstmals das Blatt zugunsten der Union. Unter den siegreichen Truppen wiederum Deutsche, deren Aktivitäten jedoch keiner so richtig wahrnehmen wollte. Allerdings war die hitzige, teilweise unsachliche Debatte über die Leistung der Deutschen vorerst beendet. 1864 setzte der Norden seinen Siegeszug fort. Insbesondere in den unwegsamen Gebieten des westlichen Kriegsschauplatzes errangen die Unionsstreitkräfte wichtige Erfolge. Unter ihnen erneut viele Deutsche, die sich verdient gemacht hatten. Im April 1865 fiel die konföderierte Hauptstadt Richmond. Der Kommandeur der Besatzungstruppen war der deutschstämmige General Gottfried Weitzel.


 

Von Siegern und Besiegten - Resümee deutscher Beteiligung auf beiden Seiten

Der gewaltige numerische Beitrag der Deutschen an diesem Konflikt konnte durch besondere Leistungen nur mäßig bestätigt werden. Der Wert deutscher Rekruten war eher durchschnittlich. Ausgenommen die Verdienste von Einzelpersonen und Regimentern. Deutsche in der Konföderation blieben bis auf einige wenige nahezu bedeutungslos. Der 1816 in Hannover geborene Johann A. Wagener war der einzige Deutsche, der den Rang eines Generals in der Konföderation erreichte. Weitere neun Landsleute wurden Oberste und damit Regimentskommandeure. Im Norden stiegen immerhin 13 Deutsche zu Generalen auf, weitere 31 erhielten den Titelrang. 10 Unionsregimenter mit überwiegend oder gar vollständig deutschen Soldaten mussten besonders hohe Verluste erleiden. Unter ihnen das 26. Regiment aus Wisconsin, welches bis Kriegsende 188 gefallene deutsche Soldaten und damit fast 20 % seiner Stärke verloren hatte. Gegenwärtig wächst das Interesse an diesen fast vergessenen Kriegsteilnehmern, die in der Vergangenheit oft herber Kritik ausgesetzt waren. Speziell in den Vereinigten Staaten beschäftigen sich Historiker und Hobbyisten mit der Geschichte der Deutschen in ihrem Bürgerkrieg. Ein würdiges und gerechtes Denkmal wird im Ergebnis zu hoffen sein.

Reiterstatue des Generalmajors Franz Sigel in New York. Modelliert von Karl Theodor F. Bitter ( 1867 in Wien geboren und 1915 tödlich verunglückt in New York). Ein weiteres Reiterdenkmal von Franz Sigel befindet sich im Forest Park, St. Louis, und wurde 1906 von dem deutschen Bildhauer Robert Cauer dem Jüngeren geschaffen.

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Quellenangaben

Borcke, Heros von, Zwei Jahre im Sattel und am Feinde, Berlin 1898. 2 Bdn. Nachdruck VfA 1989.

Helbich, Wolfgang, Kamphoefner, Walter D., Deutsche im Amerikanischen Bürgerkrieg. Briefe von Front und Farm 1861 - 1865, Paderborn 2002.

Weber, Rolf, Land ohne Nachtigall. Deutsche Emigranten in Amerika 1777 - 1886, Berlin 1981.

 

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Konrad Krez (siehe auch Kurzbiographie unter Wisconsin) kann aus meiner heutigen Sicht durchaus als eine privilegierte Person bezeichnet werden. Denn er hatte die einmalige Gelegenheit, das Werden eines Landes nicht nur beobachten, sondern aktiv mitgestalten zu dürfen. Krez, nach seiner Teilnahme an der 1848er Revolution mit dem Tode bedroht, kam nach Amerika und half, aus diesem Land die Verwirklichung großer Träume freiheitsstrebender Menschen aus aller Welt Realität werden zu lassen. Im nationalen Konflikt 1861 bis 1865 stritt er aktiv für den Erhalt der Union. Das nachfolgende Gedicht ist der 2. Auflage seiner 1895 erschienenen Gedichtsammlung "Aus Wisconsin" entnommen. Sein Appell darf zweifellos als Aufruf eines betroffenen Beobachters ohne nationalistischen Hintergrund nach unserer heutigen verzerrten Vorstellung verstanden werden. 

Da waren Deutsche auch dabei

Als Bettler sind wir nicht gekommen

Aus unserem deutschen Vaterland.

Wir hatten manches mitgenommen,

Was hier noch fremd und unbekannt. 

Und als man schuf aus dichten Wäldern,

Aus öder, düstrer Wüstenei.

Den [weiten] Kranz von reichen Feldern,

Da waren Deutsche auch dabei.

Gar vieles, was in früheren Zeiten

Ihr kaufen mußtet überm Meer,

Das lehrten wir auch selbst bereiten,

Wir stellten manche Werkstatt her.

Oh, wagt es nicht, dies zu vergessen,

Sagt nicht, als ob das nicht so sei,

Es künden's tausend Feueressen,

Da waren Deutsche auch dabei.

Und was die Kunst und Wissenschaften

Euch hier verlieh'n an Kraft und Stärk',

Es bleibt der Ruhm am Deutschen haften,

Das meiste war der Deutschen Werk.

Und wsenn aus vollen Tönen klinget

Ans Herz des Liedes Melodei,

Ich glaub' von dem, was ihr da singet,

Ist vieles Deutsche auch dabei.

Drum steh'n wir stolz auf festem Grunde,

Den unsere Kraft der Wildnis nahm,

Wie wär's mit eurem Staatenbunde,

Wenn nie zu euch ein Deutscher kam?

Und wie im Bürgerkriegestagen,

Ja schon beim ersten Freiheitsschrei:

Wir dürfen unbestritten sagen,

Da waren Deutsche auch dabei.

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Deutsche und Amerikaner während der Zeit des Bürgerkrieges: Einige Berichte zeugen von Spannungen und tief sitzenden Problemen.

(Weitere Informationen über die nachfolgenden Personen finden Sie auf den verlinkten Seiten, die Sie durch Anklicken der Bilder öffnen können.)

"Blenkers Division war ganz besonderer Art. In bezug auf Pomp, militärisches Schaugepräge und derartiges überstrahlte sie alle übrigen Divisionen." (General George B. McClellan, Oberbefehlshaber der Potomacarmee im Herbst 1861)

George B. McClellan (1826 - 1885)

 

"Wahrhaft empörend ist die Gehässigkeit, mit welcher die Amerikaner in der Armee und in der Presse jetzt über das ganze deutsche Element in der Armee herfallen, es für durchweg feige erklären und ihm die Schuld für das Misslingen des ganzen Feldzuges in die Schuhe schieben." (Friedrich Kapp nach der Schlacht von Chancellorsville am 11. Mai 1863)

Friedrich Kapp (1824 - 1884)

 

"Es ist eine wahre Schmach, dass eine Republik sich so weit vergessen kann und dass man nebenbei den Deutschen durch diese Demonstrationen so frech den Handschuh ins Gesicht wirft. Es ist eben vieles faul hier." (Franz Sigel am 19.November 1863)

Franz Sigel (1824 - 1902)

 

"Ich war überzeugt, dass wir aller Orten Niederlagen erleiden, wenn wir nicht der europäischen Disciplin [sic] nachstreben." (Friedrich Hecker, Oberst des 24. Freiwilligenregiments aus Illinois 1861)

Friedrich Franz Karl Hecker (1811 - 1881)

 

"Nach unserer Erfahrung sind die Deutschen im Feld nahezu unbrauchbar, sie besitzen keine angeborene Courage, sich mit den Amerikanern gleichzustellen" (Oberstleutnant Theodore Lyman in einem Brief an seine Frau vom 8. August 1864. Lyman diente von 1863 bis 1865 als Adjutant im Stab von General George G. Meade)

Theodore Lyman (1833 - 1897)

 

"Die Feigheit der Deutschen war geradezu lächerlich. Sie schlugen sich in die Wälder und überrannten unsere Schützengräben." (Oberst Edward E. Cross über das Verhalten deutscher Soldaten während der Schlacht von Chancellorsville im Mai 1863. Cross befehligte das 5. N. H. Regiment)

Edward E. Cross (1832 - 1863)

 

"Lieber Captain, geben Sie mir noch preußische Form und preußische Disziplin, dann werde ich ganz andere Resultate erzielen:" (General Robert E. Lee, Oberbefehlshaber der Konföderierten, nach der Schlacht von Chancellorsville in einem Gespräch mit dem preußischen Beobachter Justus Scheibert)

Robert Edward Lee (1807 - 1870)

 

Deutsche Beteiligung in den Unionsstaaten

 

Die Zusammenstellung basiert auf einer ersten wissenschaftlichen Untersuchung von Dr. Benjamin Gould aus dem Jahre 1869. Neuere Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass seine Zahlen angezweifelt werden müssen bzw. obsolet sind. Allerdings gibt es keine aktuelle, wissenschaftlich begründete Untersuchung hinsichtlich des numerischen Anteils deutscher Partizipation im Amerikanischen Bürgerkrieg. Aufgrund der Schwierigkeiten während der Einmusterung muss abschließend festgestellt werden, dass absolut verlässliche Zahlen über die Deutschen in der Unionsarmee niemals vorliegen werden.

 

Bundesstaat

Deutsche

 

Gesamtzahl Soldaten

Anteil Deutscher in %

Maine

 244

 54800

 0,45

New Hampshire

 952

 27800

 3,42

Vermont

 86

 26800

 0,32

Massachusetts

 1876

 105500

 1.78

Rhode Island und Connecticut

 2919

 54900

 5,32

New York

 36680

 337800

 10,86

New Jersey 7337 59300 12,37

Pennsylvania

17208

 271500

 6,34

Delaware

621

 10000

 6,21

Maryland

 3107

 27900

 11,14

Dist. of Columbia

746

 12000

 6,22

Westvirginia

869

 23300

 3,73

Kentucky

1943

 43100

 4,51

Ohio

20102

 259900

 7,73

Indiana

7190

 156400

 4,60

Illinois

18140

 216900

 8,36

Michigan

3534

 72000

 4,91

Wisconsin

15709

 79500

 19,76

Minnesota

 2715

 20000

 13,58

Iowa

 2850

 56600

 5,04

Missouri

 30899

 85400

 36,18

Kansas

 1090

 16800

 6,49

       

 TOTAL

 

 176817

2018200

8,15

im Durchschnitt

Eine umfangreiche Auflistung der einzelnen Unionsregimenter mit deutschen Soldaten findet sich im Buch "Zur Hölle mit diesen Deutschen oder das Desaster von Chancellorsville" Im ersten Kapitel werden alle Unionsstaaten hinsichtlich der deutschen Beteiligung untersucht. Ein weiterer Abschnitt beschäftigt sich mit der Teilnahme deutscher Einwanderer in Einheiten der Konföderation. Klicken Sie hier für weitere Details.

 

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