 |
Unter fremder Fahne -
Deutscher Adel im Amerikanischen
Bürgerkrieg 1861-1865.
Die Geschichte von
Glücksrittern, Berufssoldaten, Spielern und Schuldnern,
die sich durch ihre Teilnahme an einem fremden Krieg,
Anerkennung und letztendlich viel Geld erhofften.
Nachdem
im April 1861 der Bürgerkrieg in Nordamerika ausbrach und
die Nation in zwei feindliche Lager zerfiel, eilten binnen
kürzester Zeit Tausende von Freiwilligen auf beiden Seiten
zu den Waffen. Es verwundert daher nicht, dass sich in
diesem Strom patriotisch motivierter Menge eine ganze Anzahl
zweifelhafter Elemente tummelten, die den Krieg als Mittel
zum Zweck betrachteten und sicherlich keine moralischen
Hintergründe hatten. Wie alle bislang geführten Kriege zog
auch der Amerikanische Bürgerkrieg 1861 bis 1865
Berufssoldaten und Glücksritter aus aller Welt magisch an.
Sie alle kamen freiwillig und boten den kriegsführenden
Parteien ihre Dienste an. Unter diesen zahlreichen
Freiwilligen befanden sich aber auch viele deutsche
Emigranten, die sich ohne zu zögern zu den
Freiwilligeneinheiten meldeten. Innerhalb der Unionsarmee
bildeten sie dabei eigene Regimenter oder Verbände. Bis zum
Frühjahr 1865 waren es etwa 200.000 Deutsche, die unter dem
Sternenbanner der Union in den Krieg gezogen waren. Einige
Namen berühmter Vertreter konnten bis zur Gegenwart
überdauern. Dabei ist allerdings nur wenig über deutsche
Aristokraten überliefert, die ebenfalls an diesem Konflikt
teilgenommen hatten. Generell lassen sich alle europäischen
Adligen, die am US- Bürgerkrieg partizipiert hatten, in vier
Kategorien einteilen:
1.)
Adlige (meist verarmt), die bereits vor dem US- Bürgerkrieg
nach Amerika kamen und nun ungeachtet ihres Titels am Krieg
teilnahmen. (oftmals in den entsprechend niederen Rängen)
2.) Adlige
(meist klassisch-preußischer Militäradel), die als
Glücksritter (so genannte "soldiers of fortune")
gleich zu Beginn des Krieges ihre Dienste anboten bzw. in
Europa angeworben wurden (so genannte "importierte
Offiziere"). Ihnen ging es weitestgehend um die Teilnahme am
Krieg und der damit verbundenen Reputation. Der moralische
Hintergrund war oft sekundär.
3.) Adlige
(meist niederer Adel), die aus Perspektivlosigkeit oder nach
der fehlgeschlagenen Revolution 1848 in Deutschland Europa
verließen. Viele von ihnen verzichteten auf ihren Titel bzw.
wurden denobilitiert und sahen in dem amerikanischen
Bürgerkrieg die Möglichkeit zur Durchsetzung der politischen
und moralischen Ziele; im gewissen Sinne die " Fortführung
der unvollendeten Revolution in Deutschland".
4.)
Adlige, von der Regierung in Europa (Deutschland)
beauftragt, das Kriegsgeschehen in Amerika zu studieren und
zu dokumentieren. Hierzu dienten sie oft im Stab der
Generalität als "Aide-de-camp" und nahmen häufig
selbst aktiv an den Auseinandersetzungen teil.
Statistiken zufolge dienten in der Unionsarmee etwa 60
deutsche Offiziere adliger Herkunft, die konföderierte
Gegenseite weist ca. ein halbes Dutzend Blaublütler auf
Inwieweit hierbei Ungenauigkeiten hinsichtlich der
Einmusterungsangaben auftraten lässt sich nur erahnen, aber
nicht mit absoluter Sicherheit feststellen. Genauere
Einblicke in Regimentslisten geben Aufschluss über weitere
adlige Soldaten und Offiziere, die teilweise in den
Statistiken nicht erfasst sind. Tatsächlich haben zwischen
150 und 200 deutsche Adlige in der Unionsarmee während des
Bürgerkrieges gekämpft. Das allerdings bei einigen nicht der
Titel sondern vielmehr die militärischen Fähigkeiten von
ihren amerikanischen Offizierskollegen geschätzt wurden
beweist die Tatsache, dass zwei deutsche adlige Offiziere
bis zum Brigadegeneral der Unionsarmee aufstiegen. Weitere
sieben Offiziere blauen Blutes schafften immerhin den Sprung
zum Titular Brigadegeneral, unter ihnen sogar ein deutscher
Prinz. Mehr als zwei Dutzend hatten den Rang eines Obersten
inne und befehligten eigene Regimenter, in einigen Fällen
auch ganze Brigaden.
Die
Situation im Norden
... bot
zunächst den Freiwilligen eine gewisse finanzielle und
materielle Absicherung. Anfänglich wurde der Sold regelmäßig
gezahlt und die Soldaten kriegsgerecht ausgestattet.
Eine
Vielzahl deutscher Offiziere meldeten sich in den
Rekrutierungsbüros, um ihre Dienste der Union anzubieten.
Das Auftreten insbesondere der adligen Aspiranten reichte
schließlich von der bescheidenen Einmusterung als gemeiner
Soldat bis hin zur Forderung nach horrender Besoldung, sowie
einem adäquaten Rang als Offizier.
Häufig
erschienen fragwürdige Personen in den Büros, die mit
geradezu abenteuerlichen Lebensläufen und der Vorlage
zweifelhafter Dokumente, sich als Offiziere in der Armee
wieder zu finden hofften.
Grundsätzliches Problem aller deutschen
Soldaten und Offiziere, die erst unmittelbar vor Ausbruch
des amerikanischen Bürgerkrieges nach Amerika gekommen
waren, stellte die englische Sprache dar. Speziell die
adligen Offiziere verfügten über ein Minimum an Kenntnissen,
die allerdings in Führungspositionen der Armee unerlässlich
waren. Zwangsläufig musste das zu Schwierigkeiten mit den
amerikanischen Offizieren führen, welche die miserablen
Sprachkenntnisse der Deutschen natürlich mit deren
militärischen Fähigkeiten gleichsetzten. Im Verlaufe des
Krieges entwickelten sich insbesondere auf der Unionsseite
zwei inhomogene Lager, deren Spannungen sich in
nativistischen Reaktionen in Politik und Presse entluden.
Dieser äußerst sensibler Aspekt des amerikanischen
Bürgerkrieges findet erfreulicherweise gegenwärtig seine
sukzessive Aufarbeitung durch vorrangig amerikanische
Historiker.
Vielleicht
entgegen allen Vermutungen konnte der amerikanische Soldat
des Bürgerkrieges den adligen Attributen wie Graf oder Baron
keine Bedeutung beimessen. Abgesehen davon, dass die
deutschen Soldaten bei ihren amerikanischen Kameraden im
allgemeinen unter einem schlechten Ruf leiden mussten,
wurden adlige Kommandeure als das angesehen was sie waren:
Offiziere. Einer Anekdote zufolge soll Präsident Abraham
Lincoln auf den Hinweis, dass es sich bei Felix Salm- Salm
um einen deutschen Prinzen handelte, geantwortet haben:
"Nun, das soll Ihnen bei uns nicht
schaden."

General George B. McClellan inmitten
seiner Offiziere. Ganz links steht Oberstleutnant Paul
von Radowitz, ehemaliger Offizier der Garde du Corps und
Sohn des preußischen Kriegsministers.
Für weitere Details einfach Bild anklicken
In einer
ganz besonders auffälligen Art und Weise versammelte ein
deutscher "Glücksritter" zahlreiche Adlige in seinen Stab.
Oberst Ludwig Blenker, ein so genannter 48er aus Worms,
hatte bereits in Griechenland als Söldner gedient und suchte
nun mit Ausbruch des amerikanischen Bürgerkrieges eine neue
Herausforderung und Einnahmequelle. Obwohl die erste
Schlacht von Bull Run eine Niederlage für die Union war,
erregte Blenker das Aufsehen seiner Vorgesetzten, so dass er
bald darauf zum Brigadegeneral ernannt wurde. Unter der
Protektion seines Ziehvaters, Generalmajor George B.
McClellan, Oberbefehlshaber der Unionstruppen und selbst
glühender Verehrer des preußischen Militärcorps, konnte
Blenker eine deutsche Division in einer Stärke von etwa 10
000 Mann bilden, deren Reihen ausnahmslos europäische
Einwanderer füllten. "Blenkers Division war etwas ganz
Besonderes. Wenn es zu Stolz, Pomp und kriegerischen Ehren
kam überstrahlte sie alle übrigen Divisionen. Im Exerzieren
und Zuschautragen soldatischer Haltung war die Division
ausgezeichnet, da alle Offiziere und wahrscheinlich auch
alle Soldaten in Europa gedient hatten. Ich habe es immer
bedauert, dass man mir diese Division wegnahm." (Längin
1998: 86), schwärmte McClellan Jahre später in seinen
Kriegserinnerungen. Blenker, der einer verschwenderischen
Neigung unterlag, beeindruckte anfänglich durch straffen
preußischen Drill, Phantasieuniformen, die während Paraden
getragen wurden und nicht zuletzt durch die Zusammensetzung
seines Stabes. Hier fand man so illustre Namen wie Major
Anton von Püchelstein (*1815), ehemals preußischer Offizier,
der im Verlauf des Bürgerkrieges ein Kavallerieregiment aus
New York befehligen sollte. Otto von Corvin-Wiersbietzkie
hatte in Deutschland als preußischer Offizier gedient und
später in der Revolution 1848/49 gekämpft. Nachdem er
daraufhin einige Jahre in Festungshaft verbringen musste,
erreichte er 1861 Amerika. Den Rang eines Titular Oberst
führend, gehörte er dem Stab General Blenkers an, mit dem er
persönlich gut befreundet war. 1863 offerierte er Präsident
Lincoln seine Pläne zur Anwerbung von 20.000 Soldaten in
Deutschland, um die Unionsarmee zu unterstützen. Die
Vorschläge Corvins wurden allerdings im Kabinett abgelehnt.
Otto von Corvin kehrte 1867 nach Deutschland zurück,
arbeitet als Berichterstatter während des
Deutsch-Französischen Krieges und starb 1886.

Otto von Corvin wurde am 12.
Oktober 1812 als Otto Julius Bernhard von Corvin -
Wiersbitzki in Gumbinnen, Ostpreußen, geboren. Der Sohn
eines Postdirektors und preußischen Major a. D. kam in
jungen Jahren an
die Kadettenschule nach Potsdam und Berlin. Ab 1830 war er
als preußischer Leutnant abwechselnd in Mainz und Saarlouis
stationiert. 1835 quittierte Otto von Corvin den Dienst und
ließ sich als Schriftsteller in Frankfurt am Main nieder.
Fünf Jahre später zog er nach Leipzig um. Mit großer
Begeisterung beteiligte er sich an der Revolution von 1848.
Mit der Niederringung wurde er am 15. September 1849 zum
Tode verurteilt. Glücklicherweise konnte das Urteil in eine
sechsjährige Haftstrafe in Bruchsal umgewandelt werden. 1855
reiste Corvin als Schriftsteller nach England. 1861
entsandte ihn sein Auftraggeber, die Augsburger Allgemeine
Zeitung, nach New York. Als Sonderbeauftragter nahm Corvin
im Rang eines US - Oberst am Amerikanischen Bürgerkrieg teil
und berichtete hier überwiegend für deutschsprachige
Zeitungen. 1867 kehrte Otto von Corvin nach Deutschland
zurück. 1870/71 reiste er erneut als Kriegsberichterstatter
nach Frankreich und schrieb hier für die "Neue Freie
Presse". 1874 ließ er sich in Wertheim nieder. Später lebte
er zeitweise wieder in Leipzig. Otto von Corvin -
Wiersbitzki starb am 1. März 1886 in Wiesbaden. Bekannt
wurde er insbesondere durch sein berühmtes Werk
"Pfaffenspiegel. Historische Denkmale des Fanatismus in der
römisch - katholischen Kirche", indem er u. a. entschlossen
mit der verbrecherischen Inquisition im Namen Gottes
abrechnete.
Die
vielleicht schillerndste Persönlichkeit, die dem
Blenker'schen Stab angehörte, war der deutsche Prinz Felix
Konstantin A. J. N. Salm- Salm. 1828 in Westfalen geboren,
diente er später in der preußischen Armee. Nach seiner
Teilnahme am Schleswig- Holstein Krieg, wurde ihm vom
preußischen König ein "Ehrenschwert" für die Verdienste in
den Schlachten verliehen. Später schloss sich der Prinz der
österreichischen Armee an. Aufgrund seines großzügigen
Lebensstils verschuldete sich Prinz Salm derart, dass er die
Flucht nach Amerika wagte. Gleich nach Ausbruch des
Bürgerkrieges meldete er sich zur Unionsarmee und erhielt
auf Betreiben des deutschen Konsuls eine Anstellung im Stab
Blenkers. Nachdem diese "deutsche" Division aufgelöst wurde,
fand sich der Prinz an der Spitze des aus deutschen
Einwanderern gebildeten 8. New York Infanterieregimentes
wieder. Maßgeblichen Anteil an dieser Beförderung hatte
hierbei seine mondäne Gemahlin Agnes, die ihren Gatten den
ganzen Krieg hindurch begleitet hatte und mehr als einmal
den Werdegang des Prinzen bestimmte.
Nachdem
der Prinz das 8. NY Volunteer Reg. übernommen hatte,
resignierten einige Offiziere des Regimentes - darunter auch
der adlige Hauptmann Gustav von Struve - da sie nicht unter
dem Kommando eines deutschen Prinzen dienen wollten. Struve
selbst war aktiver Teilnehmer an der fehlgeschlagenen
Revolution in Deutschland von 1848 gewesen und hatte im
Ergebnis dazu auf seinen Titel verzichtet. Nachdem er nach
Amerika ausgewandert war, diente er mit Ausbruch des
Bürgerkrieges im 8. New York Reg. und kehrte 1863, nachdem
der Prinz als Oberst das Regiment führte, enttäuscht nach
Deutschland zurück. Unberücksichtigt der Schwierigkeiten,
denen sich deutsche Soldaten in der Unionsarmee
gegenübersahen, hatten sich adlige Offiziere in deutschen
Einheiten einer besonders stark ausgeprägten Abneigung ihrer
Untergebenen zu erwehren. Gerade ehemalige Revolutionäre,
so genannte "48er" empfanden es als unerträglich, in einem
fremden Land unter das Kommando adliger Offiziere treten zu
müssen. Insbesondere der Stab General Blenkers gab Anlas zu
dieser ablehnenden Haltung der Demokraten. Die Offiziere
ließen die Soldaten während des Drills die
Herkunftsunterschiede deutlich spüren. Pompöse
Offiziersbälle und regelrechte Saufgelage taten ein
weiteres, um die vorherrschende Antipathie in den
Mannschaften weiter zu verstärken. Auf der anderen Seite
genossen adlige Offiziere, die bereits an den Aufständen in
Deutschland partizipiert hatten oder sich durch militärische
Fähigkeiten während des Bürgerkrieges auszeichnen sollten,
das nahezu grenzenlose Vertrauen ihrer Untergebenen. Von
ihnen wird später noch die Rede sein.


Gustav von Struve war
der Sohn einer alten baltischen Adelsfamilie und wurde am
11. Oktober 1805 in München geboren. Struve
studierte Jura in Göttingen und Heidelberg und schloss sich
1848 den revolutionären Ausschreitungen an. Vor dem
nationalen revolutionären Aufbegehren hatte er als Advokat in Mannheim gearbeitet
und bereits als von 1845 bis 1846 als Redakteur des
oppositionellen "Mannheimer Journals" gewirkt. Als Demokrat
legte Struve seinen Adelstitel ab. 1851 emigrierte er nach
Amerika und verdingte sich als Journalist. Am 23. April 1861
verpflichtete er sich als Leutnant für zwei Jahre im 8. New
Yorker Regiment. Bereits am 14. September des gleichen
Jahres erhielt Struve seine Beförderung zum Hauptmann der D
Kompanie. Nach der Übernahme des Regimentes durch den
deutschen Prinzen Salm - Salm am 26. November 1862
protestierten Struve und einige weitere Offiziere gegen den
neuen Kommandeur. Gustav Struve hatte bereits am 23.
November seinen Rücktritt eingereicht. Noch im selben Jahr
reiste er zurück nach Europa und verstarb am 21. August 1870
in Wien.
Der Prinz
Salm, der immer wieder durch Spielschulden und Intrigen
seiner Frau von sich Reden machte, beendete den Bürgerkrieg
als Brevet Brigadegeneral, einem Titular Generalsrang.
Ständig auf der Suche nach weiteren Herausforderungen und
unter dem Druck finanzieller Nöte, reiste er 1865 nach
Mexiko, um hier den von Frankreich eingesetzten Kaiser
Maximilian seine Dienste anzubieten. Nach dem Sturz des
Monarchen und dessen Erschießung im Jahr 1867 verließen der
Prinz und dessen Frau Mexiko und kehrten nach Deutschland
zurück. Drei Jahre später, im August 1870, fiel der Prinz
als Bataillons Kommandeur eines preußischen Garde
Grenadierregiments im Krieg gegen Frankreich.

Felix Konstantin Alexander Johann Nepomuk
Prinz zu Salm - Salm (1828 - 1870)
Neben dem
Prinzen Salm dienten zahlreiche deutsche Adlige als
Kommandeure in der Unionsarmee. Der Staat New York
rekrutierte für den Krieg 10 reindeutsche
Infanterieregimenter sowie weitere fünf teilweise aus
deutschen Einwanderern gebildeten Regimenter. Darüber hinaus
kamen 6 Artilleriebataillone sowie 2 hauptsächlich aus
Deutschen bestehende Kavallerieregimenter zum Einsatz.
Wenigstens 10 deutsche adlige Offiziere standen als Oberste
bzw. Brigadegenerale an der Spitze deutscher Regimenter, die
für den Erhalt der Union in den Krieg zogen.
Baron
Adolf von Steinwehr, ein ehemaliger preußischer Offizier aus
Blankenburg im Harz, kam bereits 1847 nach Amerika und
diente ein Jahr später im Krieg gegen Mexiko. Mit Ende
dieses Krieges arbeitete er nur kurze Zeit als Topograph, um
anschließend für fünf Jahre nach Deutschland zu reisen. 1854
kehrte von Steinwehr mit seiner Familie in die Vereinigten
Staaten zurück, und ließ sich als Farmer in Connecticut
nieder. Mit Beginn des Bürgerkrieges 1861 folgte er seiner
eigentlichen Profession und organisierte das 29. New Yorker
Infanterieregiment, das ausschließlich aus deutschen
Soldaten bestand. Von Steinwehr nahm an allen wesentlichen
Feldzügen und Schlachten teil, diente in der Division
Blenker und übernahm nach der Auflösung der Division als
General eine Brigade im neu gegründeten XI.
Unionscorps. Das XI.
Corps,
welches zur Hälfte (13 Regimenter) aus europäischen
Einwanderern bestand, geriet mehrfach außerhalb der blutigen
Schlachtfelder in das Kreuzfeuer der Unionspresse, die mit
viel Nativismus angereichert, eine regelrechte Hetzkampagne
gegen die "coward Dutchmen" (soll bedeuten: "feigen
Deutschen") entfachten. Adolf von Steinwehr schied im Juli
1865 aus der Armee, arbeitete als Kartograph, lehrte
zeitweise an der Universität in Yale und starb 1877 im Alter
von nur 54 Jahren in Buffalo, New York.

Der Stab des Obersten Ludwig Blenker
(steht ganz links). A: Otto von Corwin. B: Gustav Struve
Der
ehemalige preußische Offizier und Teilnehmer an der
Revolution in Deutschland Leopold von Gilsa flüchtete Anfang
der 1850er Jahre nach Amerika. Es gelang ihm nicht wie
vielen anderen 48er, in der Neuen Welt erfolgreich Fuß zu
fassen. Jahrelang musste er sich als Barpianist in den
Kneipen von New York mühsam seinen Lebensunterhalt
verdienen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass von Gilsa
sich zu Beginn des Bürgerkrieges sofort zur Unionsarmee
meldete und als Oberst das 4l. NY Regiment (das sogenannte
de Kalb Regiment) kommandierte. Leopold von Gilsa gehörte zu
den herausragenden adligen Offizieren und nahm unter anderem
an den Schlachten von Bull Run, Chancellorsville und
Gettysburg teil. Von Gilsa galt als temperamentvoll und
legte sich mehrfach mit seinen Vorgesetzten an, was
vielleicht dazu geführt haben mag, dass er nie befördert
wurde. Enttäuscht nahm von Gilsa 1865 seinen Abschied und
starb 1870 in Vergessenheit.
Ein
weiterer Teilnehmer der Revolution von 1848 der später
seinen Weg nach Amerika finden sollte, war George von
Amsberg. 1821 in Hildesheim geboren, diente er später in der
österreichischen Armee, wo er eine Husaren Kompanie
befehligte. Nach der Niederschlagung der demokratischen
Unruhen emigrierte von Amsberg nach Amerika. Mit Ausbruch
des Bürgerkrieges diente er als Oberst des 45. NY
Infanterieregimentes in der Division Blenker. Das Regiment
bestand wesentlich aus Norddeutschen und wurde während des
Krieges als "German Rifles No. 5" oder "Plattdeutsches
Regiment" bekannt. Von Amsberg zählte zu den weniger
auffälligen adligen Offizieren. Er schied 1865 ohne
Beförderung aus dem aktiven Dienst und verdiente danach sein
Geld als Reitlehrer.

Georg Karl Heinrich Wilhelm von Amsberg
wurde am 24. Juni 1821 in Hildesheim geboren. Nach seiner
militärischen Ausbildung diente er in der preußischen und
später in der österreichischen Armee, bis er sich 1848 den
Insurgenten in Ungarn anschloss. Nach der blutigen
Niederschlagung flüchtete von Amsberg in die U.S.A. und
verdiente sein Geld als Reitlehrer in Hoboken. Am 1. Mai
1861 wurde er als Major für drei Monate in der 5. New Yorker
Staatsmiliz eingemustert. Am 7. Oktober des gleichen Jahres
übernahm er das Kommando über das 45. New Yorker Regiment.
Ab Juli 1862 fungierte von Amsberg als Brigadekommandeur im
I. und später im XI. Unionscorps. Am 22. Januar 1864 wurde
Georg von Amsberg aufgrund chronischen Asthmas im Rang eines
Obersten ausgemustert. Eine Beförderung gab es für ihn
nicht. Nach dem Krieg unterhielt von Amsberg ein Hotel.
Georg von Amsberg starb am 21. November 1876 in Hoboken, New
Jersey.
Auch das deutsche 46. New York
Infanterieregiment, das sogenannte "Fremont Regiment" wurde
von einem adligen Offizier befehligt. Rudolf von Rosa stammte aus Schlesien und hatte als preußischer
Offizier im Ingenieurcorps gedient. Auch er musste nach
seiner Teilnahme an der Revolution 1848 Deutschland
verlassen und traf 1850 in New York ein. Vor dem Krieg
arbeitete von Rosa als Ingenieur in Washington. Während des
Bürgerkrieges führte er erfolgreich das 46th NY Regiment und
wurde 1862 schwer verletzt. Von Rosa
musste das Schicksal vieler deutscher Offiziere teilen: 1865
nahm er, ohne jemals befördert worden zu sein seinen
Abschied und arbeitete bis zu seinem Tod als Ingenieur in
New York.

Rudolf von Rosa, schlesischer
Edelmann und spätere preußischer Offizier, wurde am 5.
Februar 1824 in Schlesien geboren. Er beteiligte sich an der
Revolution von 1848 und kam zwei Jahre später nach Amerika.
Vor dem Krieg arbeitete er als Küstenvermesser. Am 16.
September 1861 übernahm er das Kommando über das 46. New
Yorker Regiment. Am 17. Dezember 1862 nahm Oberst von Rosa seinen Abschied
aufgrund eines Oberschenkeldurchschusses, den er in der
Schlacht von Groveton (Second Bull Run) am 29. August 1862
erhalten hatte. Rudolf von Rosa arbeitete nach dem Krieg als
Vermesser, Gutachter und Ingenieur für verschiedene
Auftraggeber. Er starb am 29. Juni 1901 in Brooklyn, New
York.
Nicht alle adligen Offiziere hatten auf Grund
politischen Aktivitäten ihre Heimat verlassen. Georg W. von Schack, ein ehemaliger preußischer Kavalleriehauptmann,
meldete sich aus purer Abenteuerlust zur Unionsarmee.
Bereits im Februar 1862 wurde er zum Oberst des deutschen 7.
New York Infanterieregimentes befördert und führte die
Einheit mit außerordentlicher Tapferkeit in den Schlachten
von Antietam und Fredericksburg. Auf Grund seiner Verdienste
im März 1865 zum Brevet Brigadegeneral ernannt, blieb Georg
von Schack bis August des Jahres in der Armee. Viel
interessanter scheinen die Jahre nach dem Krieg für ihn
gewesen sein. Obwohl er in die preußische Armee zurückkehren
sollte, blieb er in den Vereinigten Staaten und soll
Berichten zufolge durch das Austeilen von Zeitungen das
Anrecht auf amerikanische Staatsbürgerschaft erworben haben.
Später arbeitet von Schack als Zollbeamter und starb 1909 in
New York. Auch das letzte so genannte deutsche Regiment, das
103. NY Infanterie Regiment wurde von einem adligen Offizier
kommandiert. Baron Frederick W. von Egloffstein stammte aus
Bayern, wo er 1824 in Altdorf zur Welt kam. Er diente als
Genieoffizier in der bayerischen Armee und wanderte später
nach Amerika aus. Hier arbeitete er bis zum Ausbruch des
Bürgerkrieges als Vermessungsingenieur. Im März 1862
formierte er das 103rd NY Regiment, das durch eine
Elitekompanie, welche nur aus deutschen Offizieren bestand,
innerhalb der Unionsarmee regelrechte Berühmtheit erlangte.
Der Baron wurde in den folgenden Feldzügen mehrfach
verwundet, so dass er seinen Dienst noch vor Kriegsende
quittieren musste. Dennoch wurde von Egloffstein aufgrund
seiner Verdienste im März 1865 zum Brevet Brigadegeneral
ernannt. Nach dem Krieg reiste er nach Deutschland zurück,
wo er sich in Dresden als Graveur niederließ und im Februar
1885 verstarb. Der Bundesstaat New York, der quantitativ die
meisten deutschen Regimenter in den Krieg schickte, hatte
auch die meisten Verluste zu beklagen. Als im Mai 1864 in
den dichten Wäldern von Spotsylvania, Virginia, erbitterte
Gefechte geführt wurden, fanden zwei adlige Offiziere des
52. NY Regimentes den Tod an der Spitze ihrer Einheiten:
Graf Hermann von Haake (*1832) sowie sein Freund Baron Otto
von Steuben, ein indirekter Nachfahre des berühmten deutschen
Drillmeisters der amerikanischen Revolutionsarmee.

Blenker mit seinem Offiziersstab. A: Prinz
Felix Salm - Salm. B: Gustav Struve.
Pennsylvania, ein traditionell bevorzugtes Ziel deutscher
Auswanderer, rekrutierte fünf deutsche Regimenter, von denen
zwei zeitweise von adligen Offizieren kommandiert wurden.
Alexander von Schimmelfennig, ein ehemaliger preußischer
Offizier, flüchtete nach seiner Teilnahme an den Unruhen von
1848 nach Amerika und übernahm zu Beginn des Bürgerkrieges
das 74.
PA Infanterie Regiment.
Nachdem
von Schimmelfennig zum Brigadegeneral avanciert war übernahm
Adolf von Hartung temporär die Einheit. Von Hartung hatte in
Deutschland als sächsischer Offizier gedient und während der
Revolution zusammen mit Alexander von Schimmelfennig
gekämpft. Mit Ausbruch des amerikanischen Bürgerkrieges
fanden sich diese beiden "Berufsrevolutionäre" wieder
vereint an der Spitze eines deutschen Unionsregimentes.
In Ohio
war die Situation ähnlich. Auch hier wurden zahlreiche
deutsche Regimenter gebildet, die unter deutschen
Befehlshabern an den Kämpfen teilnahmen. Ludwig von
Blessing, der 1829 auf Rügen geboren worden war und als
preußischer Offizier gedient hatte, führte nun in der
Auseinandersetzung zwischen Nord und Süd das 37.
Ohio Infanterie Regiment.
Dabei
zeichnete er sich während der Schlachten von Vicksburg und
Chattanooga derart aus, dass er am 13. März 1865 mit dem
Titular Rang eines Brigadegeneral belohnt wurde.

Adolph von Haake meldete sich als
private im 68. New Yorker Regiment. 1862 wurde von Haake zum Hauptmann befördert. Bei Gettysburg wurde er
gefangen genommen und später ausgetauscht. Im November 1863
wurde seine Beförderung zum Major wieder rückgängig gemacht.
Einen
ebenfalls ausgezeichneten Ruf hatte der aus Braunschweig
stammende Alexander von Schrader. Nachdem er die
Offiziersschule absolviert hatte, diente er als Leutnant in
der Leibgarde des Herzogs. 1852 wanderte von Schrader nach
Amerika aus. Hier ereilte den Berufssoldaten das gleiche
Schicksal wie vieler Leidensgenossen, die praktisch ohne
Sprachkenntnisse und finanzielle Voraussetzungen den Sprung
in die neue Welt wagten: sie gerieten in eine regelrechte
Verarmung. Erst der Bürgerkrieg 1861 schuf für diese
Außenseiter neue Möglichkeiten. Alexander von Schrader ist
hier wohl ein Paradebeispiel. Als stellvertretender
Kommandeur der 74. Ohio Infanterie bewährte er sich während
der Feldzüge und zeichnete sich insbesondere in den
Schlachten von Corinth und Chickamauga aus. Im März 1865
wurde er durch den allgemeinen Erlass der US Regierung zum
Brevet Brigadegeneral befördert. Von Schrader wurde nach
Kriegsende von der regulären Armee übernommen, starb
allerdings 1867, nur 45jährig in New Orleans, LA.
Aber auch
in anderen Waffengattungen der Unionsarmee dienten
zahlreiche deutsche Emigranten, unter ihnen adlige
Offiziere. So finden sich in den Einmusterungsunterlagen der
New Yorker Artilleriebataillone Namen wie Alfred von Kleiser,
Adelbert von Morozowek und Albert von Puttkammer, die
allesamt als Bataillonskommandeure selbständig Einheiten
führten. Die amerikanische Artillerie profitierte sehr von
den Erfahrungen deutscher Offiziere, zumal der Einsatz
dieser Waffengattung während des Bürgerkrieges immer mehr an
Bedeutung gewann.

Leopold von Seldeneck wurde 1826 in
Deutschland geboren. Im Februar 1862 wurde er als Leutnant
im 103. New Yorker Regiment eingemustert und bereits drei
Monate später bei Haughton's Mills, North Carolina,
verwundet. 1863 erhielt von Seldeneck seine Beförderung zum
Hauptmann im Regiment.
Die
sicherlich größte Faszination- zumindest bei der
Zivilbevölkerung jener Zeit - übte eine Waffengattung aus,
die sich seit eh und je mit dem Nimbus von Ritterlichkeit
und Abenteurertum umgab: Die Kavallerie. Leider war die
Unionskavallerie zu Beginn des Bürgerkrieges absolut
unterentwickelt und litt im allgemeinen unter einem
schlechten Ruf. Gerade im Norden waren die Voraussetzungen
zur Bildung einer effektiven Kavallerie äußerst schlecht.
Nur wenige der Freiwilligen waren im Umgang mit Pferden gut
geübt. Um so mehr mussten hauptsächlich die ehemaligen
preußischen Kavallerieoffiziere die Unionsreiterei als
Spielfeld und Experimentiermöglichkeit betrachtet haben.
Trotz aller Widerstände maß man im Verlauf des Krieges
dieser Waffengattung eine gewisse Bedeutung bei und nicht
umsonst war das erste Regiment, das der wohl berühmteste
Deutschamerikaner, Carl Schurz, aus Freiwilligen
rekrutierte, ein Kavallerieregiment. Bereits im April 1861
wurde das 1. New York ( Lincoln ) Cavalry Reg. eingemustert
und als Oberstleutnant Friedrich von Schickfuß eingesetzt.
Oberst Gustav von Deutsch kommandierte das 4. Missouri
Kavallerie Reg., das teilweise aus deutschen Reitern
bestand. Oberst Gustav von Hellmrich, ein ehemaliger
preußischer Offizier, führte die 5. MO Kavallerie, wurde in
den Kämpfen um Atlanta, GA., verwundet und gefangen genommen
und starb schließlich 1865 an den Verletzungen und Strapazen
der Feldzüge. Ein direkter Vorfahre des Bundeswehrgenerals
und ehemaligen NATO Befehlshaber Graf Johann A. von
Kielmannsegg, diente in mehreren Unionskavallerieregimentern
und fiel, zuletzt als Oberst die 1. Maryland Cavalry
kommandierend 1864 in einer der Schlachten in der Wilderness.

Baron Friedrich Otto von Fritsch
wurde am 28. September 1834 in Weimar als ältester Sohn des
Reichsfreiherrn von Fritsch geboren. Nach Privatunterricht
kam er mit 11 Jahren an die erweiterte Schule in Grimma.
Hier erhielt er eine ausgezeichnete Ausbildung, unter
anderem erlernte er Griechisch, Latein, Französisch,
Italienisch und Englisch. Mit 13 besuchte der Baron die
Militärakademie in Dresden. Vier Jahre später erhielt er
sein Offizierspatent und wurde als Leutnant von der
königlich sächsischen Kavallerie übernommen. Im Winter 1856
nahm er seinen Abschied und reiste nach Amerika. Bis zum
Ausbruch des Bürgerkrieges verdiente er seinen Unterhalt mit
Übersetzungen, 1858 erhielt der Baron sogar eine Professur
für moderne Sprachen in Princeton, New Jersey. 1860 reiste
Baron von Fritsch nach Mexiko, um seine Spanischkenntnisse zu
vertiefen und geriet dabei mitten in revolutionäre Unruhen
der damaligen Zeit.
Mit dem Eintreffen der Franzosen bot er der Armee seine
Dienste an und erhielt ein Patent als Oberst. Während eines
Scharmützels am 14. September 1862 wurde sein Pferd unter
ihm erschossen und der Baron geriet in Gefangenschaft. Nur
aufgrund der beherzten Intervention eines übergelaufenen französischen
Obersten, wurde das Leben des Barons geschont. Unverzüglich
reiste er über Kuba zurück nach Amerika, wo mittlerweile ein
blutiger Bürgerkrieg die Nation auf die Probe stellte. Durch
den Einfluss des zwiespältigen österreichischen Abenteurers
Gotthilf von Bourry de Ivernois, erlangte Baron von Fritsch
den Rang eines Oberleutnants im 68. New Yorker Regiment.
Nach der Schlacht von Chancellorsville, wo er
verwundet wurde, erhielt er am 1. Juni 1863 seine
Beförderung zum Hauptmann. Später verließ er enttäuscht das
68er Regiment, nachdem er erfahren hatte, dass Oberst de Ivernois ein Trinker war und keinerlei militärische
Ausbildung genossen hatte. Zufällig begegnete der Baron
General Schimmelfennig, der ihn die Stelle eines
Stabsoffiziers anbot. Am 30. November 1865 wurde Hauptmann
von Fritsch in Fort Pulaski, Georgia, ehrenvoll aus dem
Dienst der Unionsarmee verabschiedet. Baron von Fritsch
schrieb im Jahre 1902 seine Erlebnisse während des Krieges
nieder. Sein Buch "A Galant Captain of the Civil War",
London 1902, gehört zweifelsfrei trotz einiger
romantisierender Darstellungen, zu den wertvollsten
Augenzeugenberichten der Ereignisse von 1861 bis 1865.
Mit der
Kapitulation von Appomattox Court House 1865 und der
Niederlage der Konföderation endete für die meisten
deutschen Offiziere ein weiteres militärisches Kapitel in
ihrer Laufbahn. Die Erfahrungen, die während der Feldzüge
gemacht wurden, versuchten eine ganze Anzahl von Veteranen
mehr oder weniger erfolgreich nieder zu schreiben und für
die Nachwelt zu erhalten. Eine berühmte Ausnahme war der
deutsche Graf Ferdinand von Zeppelin, der 1863 nach Amerika
gekommen war, um die Kriegsereignisse auf Unionsseite zu
dokumentieren. Hierbei holte er sich technische Anregungen
von den Heißluftballons, die zu Aufklärungszwecken mit
wechselhaftem Erfolg eingesetzt wurden. Nachdem von Zeppelin
nach Deutschland zurückgekehrt war, schrieb er mehrere
Aufsätze über den Konflikt jenseits des Atlantik, hielt
militärische Vorträge vor der Generalität in Deutschland und
entwickelte das berühmte Luftschiff, das später seinen Namen
tragen sollte.

Ferdinand Graf von Zeppelin wurde
am 8. Juli 1838 in Konstanz geboren. 1863 kam er nach
Amerika, um Kriegserfahrungen zu sammeln. Er gilt als einer
der bedeutenden Luftschiffkonstrukteure. Graf Zeppelin starb
am 8. März 1917 in Berlin.
Tatsächlich gerieten die Taten der Deutschen, die im
Bürgerkrieg aus welcher Motivation auch immer für die Union
gekämpft hatten, bald in Vergessenheit. Eine starke Lobby
von Deutschamerikanern versuchte verzweifelt in ihrer neuen
Heimat das Erbe von der Teilnahme am Civil War aufrecht zu
erhalten. Aber spätestens mit dem Tod des letzten deutschen
Bürgerkriegveteranen erloschen auch die Informationen aus
erster Hand. Alle weiteren Versuche diesen ethnischen Aspekt
wahrheitsgemäß darzustellen, endeten meist in tendenziös
verfassten Ungenauigkeiten und Halbwahrheiten. Mangelndes
Interesse in der Öffentlichkeit trugen ebenfalls dazu bei,
dass die Taten deutscher Emigranten in Amerika zunehmend in
Vergessenheit gerieten.

Graf Zeppelin inmitten einiger
Unionsoffiziere 1863.
Vergleichbar war die
Situation im Süden
...wenngleich eine wesentlich geringere Anzahl europäischer
Einwanderer in den Reihen der Konföderation diente.
Ausgehend von einer Soldatenzahl von etwa 900.000 Mann, die
zwischen 1861 und 1865 in der Armee der Südstaaten in den
Krieg zogen, erweist sich die deutsche Beteiligung mit ca.
1% als recht dürftig. Ähnlich wie in der Union, versuchten
einige deutsche Kriegsteilnehmer ihre Erlebnisse zu
publizieren. Erschwerend kam zu der Tatsache, dass sie zu
den Verlieren des Bürgerkrieges zählten das Problem hinzu,
sich durch eine Veröffentlichung von Kriegstagebüchern
Fragen nach ihrer moralischen Motivation stellen lassen zu
müssen. Viele beschränkten sich ausschließlich auf die
Beschreibung der militärischen Ereignisse, andere wiederum
ließen konzise Rechtfertigungen ihrer Teilnahme am Krieg auf
Seiten der Konföderation parenthetisch in den Text
einfließen. Dadurch änderte sich am Erkenntnisstand des
Lesers überhaupt nichts, gab ihm aber die Möglichkeit, in
alle erdenklichen Richtungen interpretieren zu können. Der
sicherlich berühmteste Vertreter des deutschen Adels, der
mit Feder und Schwert gleichermaßen umzugehen wusste war
Johann Heinrich Heros von Borcke. Er verstrickte sich in
keine widersprüchlichen Aussagen zum Sklavenproblem in den
Südstaaten, sondern zahlreiche Schlachten und kühne Raids
der konföderierten Kavallerie stehen im Mittelpunkt seiner
Reminiszenzen.
1835 in Ehrenbreitstein als Sohn eines
preußischen Offiziers geboren, absolvierte er 1853 eine
Militärschule in Halle und trat anschließend in das Garde
Kürassier Regiment ein, wo er 2 Jahre später zum Leutnant
befördert wurde. Nach einem längeren Aufenthalt in
Frankreich kehrte von Borke nach Deutschland zurück und
meldete sich in einem Brandenburgischen Dragoner Regiment.
Als der Bürgerkrieg in Nordamerika ausbrach und mit viel
Verspätung auch militärische Information nach Europa
gelangte, erwachte in dem jungen Offizier das Interesse an
diesem transatlantischen Konflikt. Anfang 1862 nahm von
Borcke seinen Abschied, schiffte sich im April in Irland ein
und erreichte 3 Wochen später eine vorgelagerte Bahamainsel.
Durch diesen Umweg konnte man die bestehende Seeblockade
seitens der Union umgehen. Nachdem ihm in Richmond, Va., die
erforderlichen Papiere ausgestellt worden waren, meldete
sich Heros von Borcke umgehend zur Kavallerie unter General J.E.B. Stuart. Stuart, ein schneidiger Kavallerist, der zu
Beginn des Krieges seinen Dienst in der Unionsarmee
quittiert hatte, war zum damaligen Zeitpunkt auf dem besten
Wege, sich zur (noch) lebenden Legende zu entwickeln. Heros
von Borcke, der als Stabschef unter ihm diente und im Laufe
der Zeit eine innige Freundschaft zu ihm entwickelte, hatte
einen wesentlichen Anteil an dem Mythos, der sich mit der
Gestalt General Jeb Stuart verbinden sollte. Im Juni 1864
wurde von Borke während der Schlacht von Middleton schwer
verwundet. Tagelang war unklar, ob er diese Verletzung
überleben würde. Schließlich stand fest, dass ihm ein
weiterer aktiver Dienst nicht mehr möglich sei. Im Januar
1864 wurde Heros von Borcke mit einem Verdienstschreiben des
Kongresses der Konföderation geehrt. Bereits im Mai war er
Zeuge, als der von ihm bewunderte General Stuart durch eine
Verletzung bei Yellow Tavern aus dem Leben schied.
Gleichzeitig markierte dieses Ereignis von Borckes
militärischen Abschied sowie das Ende seiner später
publizierten Kriegserinnerungen. Ende 1864 wurde Heros von
Borke zum Oberst der konföderierten Armee befördert und als
Gesandter in politischer Mission nach England geschickt.
Selbst nach Kriegsende und Kapitulation agierte er hier im
Auftrag der Konföderation. Doch mit Beginn eines neuen
Konfliktes 1866 zwischen Deutschland und Österreich zog von
Borke, seinem Beruf folgend, als Leutnant eines Dragoner
Regiments in den Krieg. Aufgrund seiner schweren Verwundung
während des amerikanischen Bürgerkrieges war eine weitere
militärische Karriere danach unmöglich, so dass sich von
Borcke auf seine Länderein in der Neumark zurückzog.
Im Mai
1884 kam es noch einmal zu einem Höhepunkt in seinem Leben.
Auf Einladung alter Bürgerkriegsveteranen reiste er nach
Amerika. Hier wurde ihm ein glänzender Empfang bereitet und
in zahlreichen Veranstaltungen das Erbe der Konföderation
gefeiert. Keine Worte der Reue, kein Versuch einer
kritischen Selbstaufarbeitung der Vergangenheit, die
Schuldzuweisung lag eindeutig auf Seiten der Union. Heros
von Borcke, Berufssoldat, Söldner und Glücksritter war ein
fester Bestandteil dieser zweifelhaften memorial days. Im
August 1884 reiste Heros von Borcke nach Deutschland zurück.
Während der zurückliegenden Monate hatten die
Feierlichkeiten und Begegnungen mit Veteranen dazu geführt,
den gesamten Amerikanischen Bürgerkrieg nochmals zu
durchleben. Auf Drängen seiner Freunde in Deutschland
ermöglichte Heros von Borke das Erscheinen einer deutschen
Ausgabe seiner 1866 in englischer Sprache erschienen
"Kriegserinnerungen". Unter dem reißerischen Titel: "Zwei
Jahre im Sattel und am Feinde. Erinnerungen aus dem
Unabhängigkeitskriege der Konföderation.", erreichte die
Publikation einen guten Absatz, so dass mehrere Auflagen
folgten. Von Borckes Darstellungen der Kriegsereignisse
zwischen 1862 und 1864 lesen sich wie eine Heldensaga.
Tatsächlich beschränkt sich seine Ausführung lediglich auf
militärische Aspekte. Die Unionstruppen wurden als
Okkupanten angesehen. Somit war der Befreiungskampf der
Südstaaten aus deren Sicht absolut legitim. Darüber hinaus
konnte man anfänglich trotz militärischer Unterlegenheit
glänzende Siege gegenüber dem Feind erringen. Ein perfektes
Betätigungsfeld für Berufssoldaten und Glücksritter. Heros
von Borcke, Instrument und Botschafter der konföderierten
Oligarchie, maß der ethischen und moralischen Komponente des
Sezessionskrieges wenig Bedeutung bei. Militärische Aspekte
sowie glorifizierte Tugenden wie Ritterlichkeit und
Tapferkeit bilden den Schwerpunkt seiner Bücher. Damit
entsprach er voll und ganz dem Zeitgeist, da angesichts der
Fülle der kriegerischen Auseinandersetzungen jener Tage
ausschließlich militärpolitische Fragen zur Diskussion
standen. Heros von Borcke beendete sein Leben als angesehener
Militärschriftsteller und starb 1895 in Berlin.

Johann August Heinrich Heros von Borcke
wurde am 23. Juli 1835 auf der Festung Ehrenbreitstein bei
Koblenz als Sohn des Gutsbesitzers und Offizier im 19.
Infanterieregimentes Theodor von Borcke (1805 - 1878)
geboren. 1846 kam Heros an das Gymnasium in Berlin und zwei
Jahre später an das Königliche Pädagogium in Halle. 1853
verließ er diese Institution und trat dem preußischen
Gardekürrasierregiment bei. 1855 erhielt Heros von Borcke
sein Offizierspatent. Drei Jahre später nahm er seinen
Abschied und begab sich für mehrere Wochen auf Reisen, um
sich schließlich Anfang 1858 erneut in der Armee zu melden.
Bis Anfang 1862 diente er dann im 2. Brandenburgischen
Dragonerregiment. Über den Ausbruch des Bürgerkrieges in
Amerika informiert, nahm er erneut den Abschied und reiste
unverzüglich nach Übersee. Hier meldete er sich in
Charleston und wurde der Kavallerie unter General James
Ewell Brown Stuart zugeteilt. Zu ihm entwickelte Heros von
Borcke eine tiefe Freundschaft, die bis zu dem Tode des
berühmten Reitergenerals am 12. Mai 1864 anhielt. Nur kurze
Zeit später, am 19. Juni, wurde Major Heros von Borcke in
dem Gefecht von Middleburg durch eine Revolverkugel schwer
am Hals verwundet. Er musste viele Monate im Krankenlager
verbringen, den Tod ständig vor Augen. Am 20. Dezember 1864 wurde
ihm von der Konföderierten Regierung der Rang eines
Oberstleutnants verliehen und er reiste im Auftrag der
Regierung nach England, wo er bis 1866 wirkte. Im gleichen
Jahr kehrte er zurück nach Deutschland, um der preußischen
Armee erneut seine Dienste anzubieten. Heros von Borcke
erhielt den Rang eines Leutnants im 3. Neumärkischen
Dragonerregiment, bis er zum Stab des Prinzen Friedrich Carl
abkommandiert wurde. In dieser neuen Position nahm er an der
Entscheidungsschlacht von Königgrätz am 3. Juli 1866 teil.
Die Spätfolgen seiner Verwundung aus dem Amerikanischen
Bürgerkrieg zwangen ihn schließlich im Jahre 1867, seinen
Abschied zu nehmen. Am 16. September des gleichen Jahres
heiratete er Madalene Honig (1845 - 1883), die Tochter
eines wohlhabenden Gutsbesitzers. Die Eheleute siedelten auf
die Besitztümer in Westpreußen über. Später, nach dem Tod
des Vaters, bewirtschaftete Heros die Länderrein in der
Neumark. 1884 reiste Heros auf Einladung der alten
Waffenbrüder nach Amerika. Im Ergebnis seiner Reise
veröffentlichte Heros von Borcke 1898 seine zwei Bände
umfassende Erinnerungen aus dem Bürgerkrieg unter dem Titel:
"Zwei Jahre im Sattel und am Feinde", einer überwiegend
romantisierende Darstellung der blutigen Auseinandersetzung
mit zahlreichen, wertvollen Detailaussagen. Nach dem Tod
seiner Frau heiratete Heros 1885 deren jüngere Schwester
Tony Honig (1849 - 1928). Im Frühjahr 1895 erkrankte Heros
ernsthaft an einer Lungenentzündung, an der er schließlich
am 10. Mai des gleichen Jahres in Berlin verstarb.
Wie er
kämpften weitere deutsche Adlige in der Konföderation,
bevorzugt in der Kavallerie. Baron Robert von Massow,
ehemaliger preußischer Offizier, meldete sich 1861 als
Stabsoffizier in dem Kavallerieverband Oberst Mosbys. Damit
gehörte von Massow einer Truppe an, die insbesondere durch
ihre Raids- also durch Einfälle im Hinterland des Feindes-
Angst und Schrecken auch bei der Zivilbevölkerung
verbreitete. Nach Kriegsende kehrte der Baron nach
Deutschland zurück und kämpfte als Dragonerleutnant 1866 im
Krieg gegen Österreich.

Baron Robert August Valentin Albert von Massow
wurde 1839 in den preußischen Länderein geboren. Nachdem er
1857 sein Offizierspatent erhalten hatte, diente er zunächst
als Leutnant im 1. Garde Ulanen Regiment in Potsdam. Im Juli
1863 traf von Massow in New York ein. Über Umwege gelangte
er in die Südstaaten und schloss sich hier dem 43. Virginia
Bataillon unter Oberst John S. Mosby an. Während eines Raids
am 22. Februar 1864 wurde von Massow schwer durch einen
Schuss in die Lunge verwundet. Er brauchte 6 Monate, um sich
wieder einigermaßen zu erholen. Im Frühling 1865 reiste von
Massow zurück nach Deutschland. 1866 wurde er Leutnant im
11. Pommerschen Dragonerregiment. Im Deutsch - Französischem
Krieg beteiligte er sich in der 1. Kavalleriedivision und
wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Nach dem Krieg
ließ sich von Massow zuerst in Oldenburg, später in Berlin
nieder. 1888 erhielt er das Kommando über das 2. Garde
Ulanen Regiment, zwei Jahre später hatte er den Oberbefehl
über die Kavallerie. 1899 wurde er zum General der Armee
ernannt. 1906, nach fast 54 Jahren Dienst, nahm von Massow
seinen Abschied vom Militär. Er starb im Jahre 1927 in
Wiesbaden.
Ein Baron
von Barke, ebenfalls preußischer Offizier, hielt sich
während des Sezessionskrieges als aide-de-camp im Stab
General Stuarts auf.
Ähnlich
wie Heros von Borke berichtete ein anderer deutscher Adliger
später von seiner Teilnahme am Bürgerkrieg. Viktor von
Scheliha, ein preußischer Offizier, diente als
Oberstleutnant im Stab des konföderierten General Buckner
und kommandierte später das Ingenieurcorps. 1868 erschienen
seine Tagebücher in London, die allerdings nicht die
Berühmtheit eines von Borke erreichten.
Aufgrund
der geringeren Teilnahme deutscher Einwanderer in der Armee
der Südstaaten existierten keine reindeutschen Regimenter
oder gar Divisionen, wie es in der Union üblich war. In den
Einmusterungsunterlagen finden sich allerdings eine ganze
Anzahl deutscher Kompanien, ca. 80- 100 Mann stark, die
neben der deutschen Bezeichnung auch von eingewanderten
Offizieren befehligt wurden. Ein Hauptmann Otto von Röder
kommandierte die A Kompanie in einem Texas
Infanterieregiment. Ein Baron Wilhelm Heinrich von Eberstein
meldete sich im April 1861 als einfacher Soldat und stieg
bis zum Sergeant Major (Unteroffiziersrang) in der 7. North
Carolina Infantry auf
Die 20.
Louisiana Infantry bestand zu einem großen Teil (6
Kompanien) aus deutschen Einwanderern und wurde von dem
ehemaligen preußischen Offizier
Leon von Zinken kommandiert.
Gerade um seine Person ranken sich zahlreiche Legenden. Nach
seiner Teilnahme an der Schlacht von Shiloh diente er als
Generalinspekteur im Stab General Breckenridge. 1863
übernahm er das 19. und 20. Louisiana Infanterie Regiment
und führte die Einheiten bei Chickamauga. Sowohl bei den
eigenen Truppen als auch bei den feindlichen Unionssoldaten
genoss von Zinken großes Ansehen. Durch sein verwegenes und
kaltblütiges Auftreten im dichtesten Schlachtgetümmel
beeindruckte er Mannschaften wie Offiziere gleichermaßen,
die
voller
Stolz, behaupteten dass "Für den keine Kugel gegossen
ist." Die Annahme, Leon von Zinken sei während der
Feldzüge 1864 gefallen und hätte seine letzte Ruhe in einem
namenlosen Soldatengrab gefunden, konnte durch neue
Forschungen widerlegt werden. Nach dem Krieg arbeitete als
Auktionär und Verkäufer. 1870 betätigte sich von Zinken als
Rechtsanwalt und starb allerdings ein Jahr später in New
Orleans.
Aber auch
die konföderierte Artillerie profitierte von den Erfahrungen
deutscher Offiziere. Ein Hauptmann E. von Buchholz- es
finden sich leider keine Angaben zu seinem Vornahmen oder
ähnliches- hatte bereits in Deutschland als
Artillerieoffizier gedient und übernahm zu Beginn des
amerikanischen Bürgerkrieges das Artilleriebataillon unter
General Wise.
Aufgrund
ihrer zahlenmäßigen Geringfügigkeit spielten die Deutschen
als ethnischer Faktor in der Konföderation keine Rolle.
Abgesehen davon, dass einige Soldaten zum Dienst gezwungen
wurden gab es ohnehin nur Schwierigkeiten mit der deutschen
Minorität in den Südstaaten. Unruhen und Aufstände wurden
sofort im Keim erstickt, woraufhin eine ganze Anzahl
deutscher Siedler sich auf den Weg nach Norden machte, um
der Repression zu entgehen. Deutsche, die in Kompanien oder
anderen militärischen Einheiten zusammengefasst freiwillig
für die Konföderation in den Krieg zogen taten dies
lediglich aus der Überzeugung heraus, ihre Wahlheimat gegen
einen aggressiven Gegner verteidigen zu müssen. Kaum einer
von ihnen versuchte die Sklaverei auf diese Weise aufrecht
zu erhalten.
Natürlich
ist die Beteiligung der Deutschen im amerikanischen
Bürgerkrieg ein wesentlich komplexeres Thema, als hier
dargestellt. Es sollte auch nur speziell die Rolle der
vielleicht bekanntesten deutschen Adligen beschrieben
werden. Erstaunlicherweise ergibt sich hierbei ein sehr
vielschichtiges Bild. Nicht alle adligen Offiziere sind
durchweg als Abenteurer zu bezeichnen. Eine Vielzahl von
ihnen hatte ganz bestimmte politische Vorstellungen, die sie
durch ihre Teilnahme am Bürgerkrieg umzusetzen versuchten.
Keiner von ihnen beendete den Krieg mit Ruhm und Ehre oder
gar finanziellen Reichtum. Viele verarmten oder suchten in
anderen kriegerischen Auseinandersetzungen ihr Glück.
zurück |
 |